Skandal um Säuglingsnahrung: Französische Familien und Foodwatch reichen Klage ein
AFP29. Januar 2026, 12:13 UhrGESUNDHEIT
Vor dem Hintergrund eines Skandals um verunreinigte Babymilch haben acht Familien und die Organisation Foodwatch Klage eingereicht. Sie werfen den betroffenen Unternehmen und Behörden vor, zu spät reagiert zu haben.
Vor dem Hintergrund eines Skandals um verunreinigte Babymilch haben acht Familien und die Organisation Foodwatch in Frankreich Klage eingereicht. Sie werfen den betroffenen Unternehmen und Behörden vor, zu spät reagiert zu haben, erklärte Foodwatch am Donnerstag in Paris. Multinationale Konzerne hätten "Produkte in Umlauf gebracht, die die Gesundheit von Babys gefährden", betonte die Organisation.
Später riefen weitere Hersteller wie Danone und Lactalis wegen einer möglichen Verunreinigung mit Cereulid Säuglingsnahrung in etwa 60 Ländern zurück. Es besteht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz, die die für Säuglinge wichtige Arachidonsäure enthält, für die Verunreinigung verantwortlich sein könnte. Cereulid ist ein Giftstoff bakteriellen Ursprungs, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann.
Auch in Deutschland haben sich laut Foodwatch inzwischen zahlreiche besorgte Eltern gemeldet, deren Kinder nach dem Verzehr von Flaschenmilch Verdauungsstörungen hatten. "Anstatt besorgte Eltern schnell und umfassend zu warnen, räumten Unternehmen und Behörden die verunreinigten Produkte oft still und heimlich aus den Regalen" erklärte Chris Methmann, Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland. Hersteller von Säuglingsnahrung seien "gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit ihrer Produkte zu garantieren".