Unternehmen: Zusammen Vernetzung nutzen

Deutsche Unternehmen müssen die Chancen und Möglichkeiten aus der Vernetzung über das Internet gemeinsam nutzen.

Deutsche Unternehmen müssen die Chancen und Möglichkeiten aus der Vernetzung über das Internet gemeinsam nutzen. Dies sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, bei einer Veranstaltung mit Wirtschaftsvertretern in Reutlingen. Es sei wichtig, sowohl interdisziplinär als auch branchenübergreifend zusammenzuarbeiten.


Kooperationen von Unternehmen mit sich ergänzendem Know-how seien wesentlicher Treiber des Vernetzungstrends. Bosch wird beispielsweise gemeinsam mit ABB, Cisco und LG eine Softwareplattform für Smart Home entwickeln. Auch die vernetzte Industrieproduktion biete Chancen für gemeinsame Innovationen und gemeinsamen Erfolg.

Digitale Vernetzung: Chancen gemeinsam nutzen
Denner betonte, dass sich aus dem Trend der Vernetzung nicht nur Chancen für international agierende Großunternehmen ergäben. ,,Wir müssen uns alle mit den Möglichkeiten auseinandersetzen - Industrie, Handel, Dienstleister und Handwerk. Dabei müssen wir ,,vernetzter" denken." Denner forderte die rund 750 anwesenden Gäste auf, mehr Neues zu wagen, auch gemeinsam. ,,Unser Ziel muss es sein, neue Produkte und Geschäftsmodelle für mehr Lebensqualität zu entwickeln." Die digitale Vernetzung biete noch teilweise ungeahnte technische Möglichkeiten. Sie werde auch eine tiefgreifende Veränderung der Wirtschaftsordnung zur Folge haben. Die Wettbewerbslandschaft werde sich durch die Vernetzung weiter wandeln.

Neue Gründerkultur - auch in etablierten Unternehmen
Die vernetzte Welt sei, so Denner weiter, eine hoch volatile und dynamische Welt. Unternehmerische Aufgabe sei es daher, diese Welt aktiv zu gestalten und ihre Möglichkeiten zu nutzen. Der externe Wandel verlange den Unternehmen zugleich eine eigene, noch dynamischere Weiterentwicklung ab. ,,Wir brauchen eine neue Gründerkultur - auch in etablierten Unternehmen. Wir brauchen Unternehmer, die sich auf neues Terrain wagen, die das Risiko des punktuellen Scheiterns nicht scheuen und die erfahren genug sind, die Folgen von möglichen Rückschlägen zu begrenzen." Bosch erschließt neue, meist hochdynamische Märkte mit kleinen, eigenständigen und agilen Einheiten. Erst vor kurzem hat das Unternehmen beispielsweise eine Gesellschaft für das Internet der Dinge und Dienste gegründet. Die Bosch Connected Devices and Solutions GmbH entwickelt und vertreibt vernetzte Endgeräte und darauf basierende Lösungen.

Aufgabe für die Politik: Technologieoffenheit
Von der Politik forderte Denner, die Vielfalt der Technologieentwicklung zu unterstützen. ,,Die Politik darf sich nicht auf einzelne Technologien festlegen. Es wird zunehmend unsicher, welche Technologien sich letztlich durchsetzen und Erfolg haben werden." Denner äußerte sich positiv über den Ansatz der Bundesregierung, die High-Tech-Strategie zu einer ressortübergreifenden Innovationsstrategie weiterzuentwickeln. ,,Wichtig ist es, diese Ansätze jetzt mit Leben zu füllen. Wir brauchen nicht mehr Bürokratie, sondern mehr Dialog und Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie flexiblere Verfahren zur Vergabe von Fördermitteln." Primäre Aufgabe der Politik sei es, ein Klima der Offenheit für Zukunftsthemen zu schaffen. (Newspress.de/HS)