Namhafte Sportwagen aus kleinen Steinen - so funktioniert die Produktlinie ,,Speed Champions" des dänischen Spielzeugherstellers Lego.
Namhafte Sportwagen aus kleinen Steinen - so funktioniert die Produktlinie ,,Speed Champions" des dänischen Spielzeugherstellers Lego. Seit Generationen faszinieren die bunten Kunststoff-Klötzchen Kinder auf der ganzen Welt. So war das auch bei Craig Callum. Heute arbeitet er für das in Billund beheimatete Unternehmen und entwirft regelmäßig Sportwagen nach realen Vorbildern - wie zuletzt beim Le-Mans-Sieger Ford GT.
Wer an diesem Wochenende das Festival of Speed im südenglischen Goodwood den Ford-Pavillon besucht, kommt um eines kaum herum: Staunend vor den beiden Rennwagen-Modellen stehen zu bleiben, die unweit des Original-Siegerfahrzeugs vom 24-Stunden-Rennen in Le Mans aufgebaut sind. Detailgetreu im Maßstab 1:3 nachgebildet sehen sie ein bisschen aus wie grob gepixelte 3-D-Fotos.
Die hohe Schule des Modellbaus ist im Falle der Ford-Renner eine internationale Co-Produktion. Der englische Designer, der dänische Klötzchen-Konzern, der amerikanische Autobauer und eine deutsche Spezialwerkstatt haben die Ausstellungsstücke gemeinsam Realität werden lassen. Die Montage fand im brandenburgischen Ort Niemegk statt. Das dortige Modellbau-Unternehmen Design-in Stein hat bereits eine gewisse Routine im Umbau mit Sportwagen. Vergangenes Jahr entstand dort ein halber Porsche 911 im Format 1:1.
Der stand jedoch auf echten Felgen und Rädern, der Länge nach geteilt bestand er aus einer halben Original-Karosserie und 50 Prozent Lego-Nachbildung. Bei den beiden Ford-Modellen war die Konstruktion deshalb schwieriger, weil auch das Fahrwerk nur aus Lego-Steinen geformt werden sollte. ,,Die besondere Herausforderung ist, nur Steine zu verwenden, die aus dem Lego-Baukasten stammen", erklärt Craig Callum, ,,Spezialanfertigungen für solche Schaustücke gibt es nicht." Nur wenn es einmal gar nicht passen will, so offenbarte zuletzt einer der beteiligten Modellbauer, müsse ,,mit der Zange korrigiert" werden.
Craig Callum hat in seiner beruflichen Karriere kindlichen Spieltrieb und professionelle Ausbildung in seltene Harmonie gebracht. Er habe schon als Junge immer wieder Autos mit seinen Lego-Steinchen gebaut, beteuert der 32-Jährige. Der Designer-Beruf war ihm wahrscheinlich in die Wiege gelegt, denn er ist weitläufig verwandt mit dem Ford-Designer Moray Callum und dem Jaguar-Chefzeichner Ian Callum. Eine von Craigs beruflichen Stationen war die Styling-Abteilung von Renault-Lastwagen. Für die Serie ,,Speed Champions" entstanden in seinem Lego-Team inzwischen Bausätze für McLaren- und Ferrari-Modelle, Chevrolet-, Audi- und Ford-Typen.
Rund einen Zentner bringt der GT 40 auf die Waage, das Modell des neueren Autos ist größer und wiegt deshalb mehr als 80 Kilogramm. Mit dem Ford-Rennstall werden die Lego-Autos auf Tournee gehen, bei Motorsport-Events und anderen Gelegenheiten herumgereicht. Das Auftragsvolumen will die Werkstatt nicht genau beziffern, aber wer einen mittleren fünfstelligen Betrag annimmt, dürfte einigermaßen richtig liegen. (ampnet/afb)