Michael Kirchberger8. Dezember 2016, 10:48 UhrNEWS
Wer sich nicht an Tempolimits hält und dabei erwischt wird, muss künftig wohl sehr viel tiefer in die Tasche greifen. Darauf haben sich die Innenminister der Bundesländer bei einer Konferenz in Saarbrücken geeinigt.
Wer sich nicht an Tempolimits hält und dabei erwischt wird, muss künftig wohl sehr viel tiefer in die Tasche greifen. Darauf haben sich die Innenminister der Bundesländer bei einer Konferenz in Saarbrücken geeinigt. Die Erhöhung trägt der Entwicklung Sorge, dass in den vergangenen beiden Jahren die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr in Deutschland erstmals seit Beginn der 1990er Jahre wieder angestiegen ist.
Obwohl sich die Tendenz 2016 nicht fortgesetzt hat, erarbeiteten die Politiker eine Vorlage für das Bundesverkehrsministerium, um die Zahl der bislang 3.500 Verkehrstoten in diesem Jahr künftig noch deutlicher zu senken. Bei der Mehrzahl der Unfälle sei überhöhte Geschwindigkeit die Hauptursache gewesen.
Der kommende Bußgeldkatalog wird sich wohl stärker an den Verkehrsdelikts-Strafen anderer europäischer Länder orientieren - und die sind deutlich höher als bei uns. Auch wenn die Bußgelder in Deutschland verdoppelt würden, lägen sie im europäischen Vergleich lediglich im unteren Mittelfeld.
Der Verband für transparente Verkehrspolitik in Europa hat die Strafmaße miteinaner verglichen (http://www.bussgeldinfo.org). Hier zwei Beispiele: Geschwindigkeitsüberschreitung um 20 km/h, Beträge gerundet: Deutschland: 30 Euro bis 35 Euro Belgien: ab 100 Euro Niederlande: ab 165 Euro Dänemark: ab 135 Euro Italien: ab 170 Euro Österreich: ab 30 Euro Schweiz: ab 165 Euro Schweden: ab 270 Euro Frankreich: ab 135 Euro
Handy am Steuer, Beträge gerundet Deutschland: 60 Euro Belgien: ab 110 Euro Niederlande: 230 Euro Dänemark: 200 Euro Italien: ab 160 Euro Österreich: ab 50 Euro Schweiz: 90 Euro Schweden: 170 Euro Frankreich: ab 135 Euro