Eisglatte Straßen im Nordwesten: Hunderte Unfälle und drei Tote

Streufahrzeug auf Autobahn Bild: AFP

Eisglatte Straßen im Nordwesten: Hunderte Unfälle und drei Tote

Extreme Glätte durch überfrierende Nässe hat am Freitagmorgen im nördlichen Nordrhein-Westfalen und westlichen Niedersachsen für katastrophale Straßenverhältnisse gesorgt. Laut Polizei ereigneten sich hunderte Unfälle mit teils tödlichem Ausgang.

Extreme Glätte durch überfrierenden Regen hat am Freitagmorgen im nördlichen Nordrhein-Westfalen und westlichen Niedersachsen für teils katastrophale Straßenverhältnisse gesorgt. Nach Polizeiangaben ereigneten sich in der Region hunderte Unfälle mit teils tödlichem Ausgang, Straßen waren mitunter unbefahrbar. Auf der Autobahn 44 bei Paderborn in Nordrhein-Westfalen starben bei einer Unglücksserie drei Menschen.

Mehr als 40 Menschen wurden dort und bei anderen Unfällen zudem teils schwer verletzt, wie die Polizeibehörden in den beiden Bundesländern meldeten. Im nordwestlichen Niedersachsen galten Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdiensts. Die Polizei in Osnabrück verzeichnete rund 400 Unfälle und nannten die Bedingungen "nahezu katastrophal". Die Polizei in Cloppenburg registrierte parallel mehr als 100 Unfälle.

Erst am Freitagmittag entspannte sich die Lage allmählich. Laut Wetterdienst drohte in der Nacht zu Samstag an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und dem westlichen Niedersachsen aber erneut unwetterartige Glätte durch Regen, der auf kaltem Boden gefriert. Regional war auch andernorts Glätte und leichter Schnee möglich.

Die Polizeidirektion Osnabrück rief die Menschen am Freitag auf, zu Hause zu bleiben. Straßen sowie Fuß- und Radwege seien spiegelglatt, die Lage gefährlich. "Fahrzeuge verlieren unkontrolliert die Haftung, selbst bei geringer Geschwindigkeit." Die Polizei in Cloppenburg stufte die Situation in ihrem Zuständigkeitsbereich am Freitag als "kritisch" ein. In mehreren Landkreisen in Niedersachsen fiel die Schule aus.

Auf einem Abschnitt der A44 bei Paderborn ereigneten sich 18 Unfälle, wie die Polizei in Bielefeld mitteilte. Zwei endeten demnach tödlich. Zwischen den Anschlussstellen Marsberg und Lichtenau kolldierte ein Lieferwagen mit einem mit Papier beladenen Sattelzug, der in Brand geriet. Der Lieferwagenfahrer starb. Außerdem ereignete sich in dem Bereich weiterer Unfall mit zwei Toten, als ein Lastwagen auf einen anderen Lkw auffuhr. Die Insassen des hinteren Fahrzeugs starben.

Elf weitere Menschen wurden bei der Unfallserie leicht verletzt. Der  Autobahnabschnitt war stundenlang in beiden Richtungen gesperrt, es gab lange Staus. 

Bei den 400 Glätteunfällen im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück wurden 26 Menschen verletzt, darunter einer lebensgefährlich sowie einer schwer. Unter anderem standen vielerorts Lastwagen quer, auch Autobahnen waren betroffen. Hinzu kamen weitere 100 Unwettereinsätze.

Auch Einsatzkräfte hatten zu kämpfen. Bei Emsbüren im Emsland saßen nach Unfällen rund 60 Autofahrer laut Polizei stundenlang auf einer Landstraße fest und mussten von Rettungskräften mit heißen Getränken versorgt werden. Der Winterdienst musste die aufgrund der extremen Glätte unbefahrene Fahrbahn komplett "von Hand" streuen, wie die Beamten in Lingen mitteilten. Auch das Streufahrzeug kam nicht weiter.  

Dutzende Unfälle ereigneten sich jeweils auch in vielen Landkreisen im benachbarten Nordrhein-Westfalen. Im Kreis Steinfurt etwa gab es laut Polizei bis zum Vormittag mehr als 60 Unfälle. In vier Fällen wurden Menschen leicht verletzt. Eine Bahnstrecke zwischen Rheine und Salzbergen musste zeitweise gesperrt werden, weil ein Streufahrzeug in eine Böschung rutschte und auf die Gleise zu geraten drohte.