Gewerkschaften rufen für Donnerstag zu Streik bei Lufthansa auf
AFP10. Februar 2026, 20:06 UhrVERKEHR
Im Streit um die betriebliche Altersvorsorge ruft die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit für Donnerstag zu einem Streik bei der Lufthansa auf. Der VC-Aufruf bezieht sich auf die Kernmarke Lufthansa und die Frachtsparte Cargo.
Im Streit um die betriebliche Altersvorsorge ruft die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) für Donnerstag zu einem Streik bei der Lufthansa auf. Der VC-Aufruf beziehe sich auf die Kernmarke Lufthansa und die Frachtsparte Cargo, bestätigte eine Sprecherin der Pilotengewerkschaft der Nachrichtenagentur AFP am Dienstagabend. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) rief ihrerseits im selben Zeitraum das Kabinenpersonal der Lufthansa CityLine zu einem Warnstreik auf.
"Der Arbeitskampf betrifft alle Flüge, die im Zeitraum von 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr Ortszeit von deutschen Flughäfen starten", erklärte die Gewerkschaft VC. Ihr Präsident Andreas Pinheiro wies der Lufthansa die Verantwortung für den Streik zu: "Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden." Die Gewerkschaft sei "jederzeit gesprächsbereit" gewesen und habe "mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen".
Die Passagiere bat die Gewerkschaft um Verständnis: "Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen", erklärte Pinheiro. "Dieses Zeitfenster wurde erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt."
Die Mitglieder von VC hatten sich in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für Streiks bei der Kernmarke Lufthansa und bei der Frachtsparte Cargo ausgesprochen - das Ergebnis lag Ende September vor. VC suchte dennoch erneut das Gespräch mit Lufthansa, obwohl kein neues Angebot vorlag. Auch diese Verhandlungen blieben ergebnislos, wie VC Ende Oktober erklärt hatte.
Trotzdem erklärte die Gewerkschaft im November, "vorläufig" auf Streiks bei der Lufthansa zu verzichten. Damit solle dem Lufthansa-Management "ausreichend Zeit" eingeräumt werden, um "endlich ein verhandlungsfähiges Angebot zu einer verbesserten betrieblichen Altersversorgung" vorzulegen. Eine Frist hatte VC nicht genannt.
Die Ufo erklärte ihrerseits nun, sie rufe "angesichts der öffentlich bekanntgegebenen Schließung des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine und der anhaltenden Weigerung des Arbeitgebers, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln", zum Warnstreik auf.
"Bestreikt werden alle Abflüge der Lufthansa CityLine von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover", erklärte die Flugbegleitergewerkschaft. Der Warnstreik könne jederzeit beendet werden, "sobald der Arbeitgeber ernsthaft bereit ist, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln".