Russische Flagge auf der Botschaft in Berlin Bild: AFP

"Geplanter Anschlag": Deutsche in Russland mit Bombe im Rucksack festgenommen

Russische Behörden haben eigenen Angaben zufolge eine Deutsche mit einer selbstgebaute Bombe im Rucksack festgenommen, die im Auftrag der Ukraine eine öffentliche Einrichtung in die Luft sprengen wollte.

Russische Behörden haben eigenen Angaben zufolge eine Deutsche mit einer selbstgebaute Bombe im Rucksack festgenommen, die im Auftrag der Ukraine eine öffentliche Einrichtung in die Luft sprengen wollte. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB erklärte am Montag, die 1969 geborene deutsche Staatsbürgerin sei von einem Mann aus einem zentralasiatischen Land im Auftrag der Ukraine "in eine Verschwörung hineingezogen worden". Zur Identität der Deutschen machte der FSB zunächst keine Angaben. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich nicht zu Details äußern.

Der FSB vereitelte nach eigenen Angaben einen "von Kiew geplanten Terroranschlag" auf eine Einrichtung der Strafverfolgungsbehörden in der Region Stawropol. Konkret hätte der "1997 geborene Staatsangehörige eines der zentralasiatischen Länder" die Bombe per Fernsteuerung zünden wollen, "während die Frau vor Ort sterben sollte", erklärte der FSB. Der Mann sei "Unterstützter einer radikalen Ideologie". 

Der Sprengsatz enthielt den Angaben zufolge 1,5 Kilogramm TNT. Die Explosion sei durch elektronische Störmaßnahmen verhindert worden. Dem FSB zufolge erfolgte die Festnahme der Deutschen in der Kaukasusstadt Pjatigorsk. Im staatlichen russischen Fernsehen waren Bilder zu sehen, die die Festsetzung einer schwarz gekleideten Frau durch Bewaffnete auf einem Parkplatz zeigten.  

Später wird die Frau - mit unkenntlich gemachten Gesicht - gezeigt, während sie eine Erklärung verliest. Darin gibt sie an, 1995 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten zu haben und 2022 nach Russland gezogen zu sein. In einem weiteren Video eskorieren Sicherheitskräfte einen maskierten Mann in eine Polizeistation. Auch er wurde dabei gefilmt, wie er eine Erklärung verliest. Darin beschreibt er mutmaßlich die geplante Tat genauer. Anschließend war die kontrollierte Explosion eines Rucksacks zu sehen. Den beiden Festgenommenen droht eine lebenslange Haftstrafe wegen Terrorismus. 

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, die Bundesregierung habe die Medienberichte zur Kenntnis genommen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wolle das Auswärtige Amt sich nicht weiter zu dem Sachverhalt äußern. 

Seit Beginn des Militäreinsatzes in der Ukraine vor mehr als vier Jahren haben die russischen Behörden dutzende Menschen festgenommen, die im Auftrag der Ukraine Sabotageaktionen geplant haben sollen. Dabei soll die Ukraine Moskau zufolge zunehmend auch mit islamistischen Fundamentalisten zusammenarbeiten.Â