Kanadisches Startup übernimmt deutsche KI-Firma Aleph Alpha

AI steht für Artificial intelligence - Künstliche Intelligenz Bild: AFP

Kanadisches Startup übernimmt deutsche KI-Firma Aleph Alpha

Das kanadische Startup Cohere übernimmt das deutsche KI-Unternehmen Aleph Alpha aus Heidelberg. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) begrüßte das geplant Geschäft am Freitag als 'starkes Signal für den KI-Standort Deutschland'.

Das kanadische Startup Cohere übernimmt das deutsche KI-Unternehmen Aleph Alpha aus Heidelberg. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) begrüßte das geplante Geschäft am Freitag als "starkes Signal für den KI-Standort Deutschland". Politisch stünden Deutschland und Kanada hinter dem Vorhaben. Es schaffe "ein deutsch-kanadisches KI-Modell: sicher, souverän, wettbewerbsfähig".

Durch den Zusammenschluss entsteht den Angaben nach ein deutsch-kanadisches Unternehmen mit Zweitsitz in Deutschland. "Gemeinsam werden wir in einer Zeit zunehmender Konzentration eine unabhängige, unternehmensgerechte Alternative schaffen, die auf Souveränität basiert", sagte Cohere-Chef Aidan Gomez. "Die Welt braucht heute mehr denn je Verfechter von Souveränität und nationaler Autonomie."

Der Kaufpreis wurde nicht öffentlich bekannt gegeben. Die "Financial Times" schätzt den Geschäftsumfang unter Berufung auf mit den Vertragsbedingungen vertraute Quellen auf rund 17 Milliarden Euro.

Wie sein deutsches Pendant Aleph Alpha entwickelt Cohere KI-Sprachmodelle, die Texte verstehen und generieren können. Finanzielle Rückendeckung für den Zusammenschluss der beiden Firmen bietet die Schwarz-Gruppe, Eigentümerin der Supermarktketten Lidl und Kaufland, die 500 Millionen Euro investiert und die Cloud-Infrastruktur für das Projekt bereitstellt.

Cohere habe es geschafft, "sich zu einem der wenigen nicht-amerikanischen und nicht-chinesischen Vorreiterunternehmen im Bereich der KI auf globaler Ebene zu entwickeln", sagte der kanadische KI-Minister Evan Solomon, der anlässlich der Ankündigung nach Berlin gereist war. Die kanadische Regierung habe durch den Kauf von Cohere-Produkten erheblich in das Unternehmen investiert und werde dies gemeinsam mit der deutschen Regierung auch weiterhin tun.

Der KI-Markt verzeichnet seit 2022 ein rasantes Wachstum. Er wird insbesondere von US-Riesen wie OpenAI, dem Entwickler des Chatbots ChatGPT, und Google oder dem chinesischen Unternehmen Deepseek dominiert. "Die globale Landschaft konsolidiert sich rasch, und wir müssen dafür sorgen, dass die Macht nicht nur in den Händen einiger weniger marktbeherrschender Akteure liegt", sagte Solomon. "Wir brauchen Alternativen, und das bringt echte Herausforderungen und Chancen für Länder wie Kanada und Deutschland sowie viele andere mit sich."