Dutzende Hektar Vegetation bei Waldbränden in Niederlanden zerstört

Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand in den Niederlanden Bild: AFP

Dutzende Hektar Vegetation bei Waldbränden in Niederlanden zerstört

In den Niederlanden sind bei  mehreren Waldbränden dutzende Hektar Vegetation in Flammen aufgegangen. Auch Feuerwehrkräfte aus Deutschland waren bei der Brandbekämpfung im Einsatz.

In den Niederlanden sind bei mehreren Waldbränden große Flächen an Vegetation in Flammen aufgegangen. Wie die niederländische Rundfunkanstalt NOS am Freitag berichtete, wurden alleine bei zwei auf Truppenübungsplätzen ausgebrochenen Bränden nahe Oirschot im Süden und Weert im Südosten des Landes insgesamt rund 135 Hektar zerstört. Feuerwehrkräfte waren an mehreren Orten im Einsatz, Unterstützung erhielten sie aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen und aus Frankreich.

Bereits am Donnerstag hatten sich in mehreren Landesteilen mindestens fünf Waldbrände ausgebreitet. Der zivile Flughafen Kempen, der in der Gemeinde Budel nahe der belgischen Grenze liegt, war am Donnerstagnachmittag evakuiert worden.

Im Laufe des Tages waren Brände auf Truppenübungsplätzen in Weert im Südosten des Landes und Oirschot im Süden ausgebrochen. Weitere, kleinere Brände brachen zudem in der Nähe der Gemeinden Noordwijk im Westen und Kessel im Südosten aus. Am Mittwoch war bereits auf einem Truppenübungsplatz nahe dem Dorf 't Harde in Gelderland im Osten des Landes ein Feuer ausgebrochen. Der Brand war am Freitag weiterhin noch nicht gelöscht.

Der nationale Koordinator für Waldbrandkontrolle beim niederländischen Institut für Öffentliche Sicherheit, Edwin Kok, warnte, die Mittel seien erschöpft. "Wir haben mehrere größere Brände und nur ein einziges Hubschrauberteam zur Verfügung", sagte er dem Sender NOS. "Mit fünf Bränden gleichzeitig ist das eine beispiellose Situation, selbst für uns."

Angesichts der großen Herausforderung stellten die niederländischen Behörden nach Angaben der Feuerwehr Bonn am Donnerstagabend über die EU ein Hilfeersuchen. Aus den Nachbarländern Deutschland und Frankreich wurden Einsatzkräfte zur Unterstützung entsandt.

In Nordrhein-Westfalen unterstützten laut der Feuerwehr in Bonn seit Freitagmorgen Einsatzkräfte aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen die Kollegen im Nachbarland. Insgesamt wurden 67 Einsatzkräfte, 21 Fahrzeuge und drei Anhänger entsandt, wie die Feuerwehr Bonn mitteilte. 

Der französische Innenminister Laurent Nuñez gab im Onlinedienst X am Freitag die Entsendung von 41 Zivilschutzmitarbeitern und zehn Rettungsfahrzeugen in die Niederlande bekannt. 

Mehrere Brände waren an Truppenübungsplätzen ausgebrochen, über die Brandursachen herrschte jedoch nach Behördenangaben weiterhin Unklarheit. Der Befehlshaber der niederländischen Streitkräfte, General Onno Eichelsheim, gab auf einer Pressekonferenz bekannt, er habe aufgrund der derzeitigen Trockenheit im Land zusätzliche Maßnahmen für die Truppenübungen ergriffen. 

Wie ein Sprecher der niederländischen Gendarmerie am Freitagabend der Nachrichtenagentur AFP gegenüber erklärte, wurden Ermittlungen zur Klärung der Brandursachen aufgenommen. Es werde derzeit "geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen Militäreinsätzen und dem Ursprung des Brands besteht".