Großeinsatz nach Hauseinsturz in Görlitz: Noch drei Menschen vermisst
AFP19. Mai 2026, 17:42 UhrBRENNPUNKTE
Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses durch eine mutmaßliche Gasexplosion in Görlitz haben Retter weiter mit Hochdruck nach drei Vermissten unter den Trümmern gesucht. Die Trümmer werden per Hand und mit Wärmebildkameras durchsucht.
Es ist ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit: Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses durch eine mutmaßliche Gasexplosion in Görlitz haben Retter am Dienstag in den Trümmern weiter mit Hochdruck nach drei Vermissten gesucht. "Die Rettungskräfte arbeiten unermüdlich", teilte die sächsische Stadt mit. Nach Angaben von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk wurden die Trümmer per Hand sowie mit Wärmebildkameras durchsucht, es bestand weiterhin Gefahr durch ausströmendes Gas.
Das Gebäude in der Görlitzer Innenstadt war am Montag eingestürzt. Zunächst wurden fünf Menschen vermisst, zwei wurden später allerdings wohlbehalten angetroffen. Sie hatten sich nicht dem Haus aufgehalten. Bei den drei noch Vermissten handelt es sich laut Polizei nach aktuellem Stand um zwei Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie einen 48-jährigen Mann.
"Wir sind mit den Angehörigen im Austausch und hoffen das Beste", sagte der Görlitzer Polizeichef Raik Schulze am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Behörden. Die Ursache des Unglücks war den Angaben der Einsatzkräfte zufolge noch unklar. Ermittlungen der Polizei sollten erst nach Abschluss der Rettungsarbeiten starten.
An der Einsturzstelle war weiter ein Großaufgebot von Hilfskräften im Einsatz, darunter mehr als 40 Spezialisten des Technischen Hilfswerks. Wie dessen Landesverband mitteilte, überwachten diese unter anderem umliegende Gebäude aus Sicherheitsgründen mit Sensoren. Die Lage sei "unübersichtlich und dynamisch", die Belastung der Helfer hoch. Für Einsatzkräfte und vor Ort anwesende Angehörige werde psychosoziale Unterstützung angeboten, sagte ein Polizeisprecher.Â
Auch mit Hundestaffeln wurde nach seinen Angaben nach möglicherweise Verschütteten gesucht. Die Spürhunde hätten am Montagabend an drei Stellen angeschlagen, sagte der Polizeisprecher am Dienstag weiter. Dennoch wurden an den Stellen zunächst keine Menschen gefunden.
Dem Sprecher zufolge könnte der zeitaufwändige Sucheinsatz womöglich bis zum Mittwoch andauern. Die Vermisstensuche habe "derzeit oberste Priorität", erklärte die Stadtverwaltung. Aufgrund des Einsatzes war im gesamten Görlitzer Stadtgebiet mit Verkehrsproblemen zu rechnen.Â
Von der Räumung des umliegenden Bereichs betroffen waren zunächst 54 Menschen, die zwischenzeitlich betreut und untergebracht werden mussten. Laut Stadtverwaltung kamen die meisten bei Freunden oder Verwandten unter, vier wurden in einem Gästehaus untergebracht. Am Dienstagabend konnten demnach erste Betroffene wieder in ihre Häuser zurückkehren, nachdem die Feuerwehr die Gebäude freigegeben hatte.