US-Außenminister Marco Rubio dankte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und den "Freunden in Deutschland für ihre schnelle Hilfe bei der Versorgung der von dem Ebola-Ausbruch betroffenen Amerikaner". Er fügte im Onlinedienst X hinzu: "Wir sind dankbar für Ihre Partnerschaft."
Deutschland verfügt laut Bundesgesundheitsministerium über "medizinische Expertise" bei der Behandlung von Ebolafieber. 2014 seien bereits drei bestätigte Ebola-Patienten in Deutschland behandelt worden. Auf der Sonderisolierstationen würde zunächst eine "umfassende Untersuchung" des US-Arztes erfolgen, "um die nächsten diagnostischen und therapeutischen Schritte festzulegen", erklärte das Ministerium.Â
Neben Staffords Ehefrau und den vier Kindern wurde nach den Angaben von Serge auch der Arzt Patrick LaRochelle aus der Demokratischen Republik Kongo ausgeflogen. Rebekah Stafford und LaRochelle seien bei ihrer Arbeit in Bunia ebenfalls einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt gewesen, erklärte Serge. Sie seien unterwegs an Orte, wo sie überwacht und bei Bedarf behandelt werden können.  Â
Im Kongo wurden nach Angaben der WHO bisher 51 Infektionsfälle nachgewiesen. Laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gibt es aber zudem fast 600 Verdachtsfälle, darunter auch 139 Todesfälle. "Wir erwarten, dass die Zahlen weiter steigen werden", sagte Tedros am Mittwoch in Genf. Am Dienstag hatte er sich bereits "zutiefst besorgt" über das "Ausmaß und die Geschwindigkeit" der Ebola-Ausbreitung gezeigt.
Die WHO rief wegen der Epidemie am Wochenende eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus - ihre zweithöchste Alarmstufe. Die Kriterien für eine Pandemie-Warnung seien aber weiterhin nicht erfüllt, sagte die Leiterin des WHO-Notfallkomitees, Lucille Blumberg. Am Mittwoch erklärte die Organisation, dass die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo "angesichts des Ausmaßes" wahrscheinlich schon seit "einigen Monaten" andauere.
Das Zentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten des zentralafrikanischen Landes, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Die Region ist schwer zugänglich und zudem Schauplatz bewaffneter Konflikte. In einem Krankenhaus in der Stadt Bunia trifft Ausrüstung zur Isolierung von Ebola-Verdachtsfällen und Schutzausrüstung für das Pflegepersonal nur schleppend ein. "Wir heben Gräber aus und beerdigen Tote ohne Handschuhe oder jeglichen Schutz", sagte der örtliche Vertreter Salama Bamunoba.
Die Übertragung des Ebola-Virus' geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.Â
Die Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Die Sterblichkeitsrate liegt bei 30 bis 50 Prozent.Â