WHO-Chef Tedros im Zentrum des Ebola-Ausbruchs im Kongo eingetroffen

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Ituri Bild: AFP

WHO-Chef Tedros im Zentrum des Ebola-Ausbruchs im Kongo eingetroffen

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ist in das Ebola-Epizentrum Ituri im Ostkongo gereist. In der DR Kongo wurden bislang 1077 Verdachtsfälle und 246 Todesfälle registriert.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, ist ins Zentrum des schweren Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo gereist. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, landete Tedros am Samstag in Bunia, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri.

"Wir sind hier, um uns mit der Gemeinschaft auszutauschen, um zu verstehen, wie auf die Lage reagiert wird, und mögliche Schwierigkeiten zu erkennen, damit wir Unterstützung leisten können", sagte Tedros vor Journalisten. 

Der neue Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in Ituri ausgerufen worden. Inzwischen wurde das Virus in insgesamt drei kongolesischen Provinzen sowie im Nachbarland Uganda nachgewiesen. In der Demokratischen Republik Kongo wurden seit Beginn des Ausbruchs nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC bislang mindestens 1077 Ebola-Verdachtsfälle registriert, darunter 246 Todesfälle. In Uganda wurden nach jüngsten Angaben neun bestätigte Infektionen registriert, ein Mensch starb.

Die WHO befürchtet, dass das tatsächliche Ausmaß der Epidemie deutlich größer sein dürfte. Die Demokratische Republik Kongo hat nur begrenzte Kapazitäten für Labortests zur Bestätigung von Infektionen.

In Ituri wurde nach WHO-Angaben ein Großteil der bestätigten Fälle im Kongo festgestellt. Die Reaktion auf den Ausbruch wird dort durch die schwache Präsenz staatlicher Stellen in ländlichen Gebieten und die Gewalt bewaffneter Gruppen erschwert. Zudem leben Millionen von Vertriebenen in Lagern, wo Enge und schlechte Hygienebedingungen eine Ausbreitung des Virus begünstigen könnten.

Ebola verursacht Fieber mit Blutungen und wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch wird durch die Virusvariante Bundibugyo verursacht, gegen die es bislang weder eine spezifische Behandlung noch einen zugelassenen Impfstoff gibt.