Bären-Warnschild an Wanderweg Bild: AFP

"Äußerst intelligenter" Bär in Japan seit Tagen auf der Flucht

Ein 'äußerst intelligenter' Bär ist seit Tagen in Japan auf der Flucht. Der Bär habe offenbar sogar ein Fenster geöffnet und aus einem Wasserhahn getrunken, teilten die Behörden mit. Das streunende Tier hatte vier Menschen angegriffen.

Ein "äußerst intelligenter" Bär ist seit Tagen in Japan auf der Flucht. Der Bär habe offenbar sogar ein Fenster geöffnet und aus einem Wasserhahn getrunken, teilten die Behörden mit. Das streunende Tier hatte am Dienstag in Fukushima im Norden des Landes vier Menschen angegriffen - bis Freitagmorgen gelang es den Angaben zufolge nicht, es einzufangen. Fukushimas Bürgermeister Yuki Baba bezeichnete den Bären als "äußerst intelligent".

Der Bär drang am Dienstag zunächst in eine Autoteile-Fabrik in Fukushima ein und biss zwei Mitarbeiter. Auf dem Gelände einer benachbarten Fabrik verletzte er zwei weitere Menschen. Anschließend versteckte sich das Tier in einem der Fabrikgebäude. 

Trotz der Bemühungen von Jägern und Einsatzkräften, die mit Fallen und Betäubungsgewehren anrückten, entzog sich das Tier dem Zugriff und entkam am späten Mittwochabend von dem Gelände. 

Es gebe Hinweise darauf, dass der Bär dafür ein Fenster "eigenständig geöffnet" habe, sagte Bürgermeister Baba. Es werde zudem davon ausgegangen, dass der Bär in dem Gebäude einen Wasserhahn aufgedreht habe, um zu trinken.

Im vergangenen Jahr waren in Japan 13 Menschen von Bären getötet worden, so viele wie noch nie. Zwischen April 2025 und Ende März dieses Jahres wurden landesweit mehr als 50.000 Bären-Sichtungen verzeichnet - mehr als doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2023.

Fachleute führen den Anstieg auf eine schnell wachsende Bärenpopulation und die zunehmende Entvölkerung ländlicher Gebiete in Japan zurück. Im vergangenen Jahr hatte es in Japans Wäldern zudem wenige Eicheln gegeben, so dass die Bären sich anderswo auf Nahrungssuche machten. So drangen Bären etwa bereits in Supermärkte ein und trieben sich in der Nähe von Schulen herum.

In Japan leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär sowie der größere Braunbär. Braunbären können eine halbe Tonne wiegen und schneller laufen als Menschen. Jedes Jahr werden tausende Tiere abgeschossen. Neben Jägern wurden zuletzt auch Polizisten und Soldaten in die betroffenen Gebiete entsandt, um bei der Jagd auf die Tiere zu helfen.