Eingestürzte Häuser nach Erdbeben in den Philippinen Bild: AFP
Ein Toter nach schwerem Erdbeben vor Philippinen - Tsunami-Warnungen für Region
AFP8. Juni 2026, 04:45 UhrBRENNPUNKTE
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 im Süden der Philippinen hat mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Mindestens vier weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Für die Region wurden Tsunami-Warnungen ausgegeben.
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 im Süden der Philippinen hat mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Mindestens vier weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei in General Santos City im Süden der Philippinen der Nachrichtenagentur AFP mit. Demnach stürzten zahlreiche Gebäude ein. Für die Region wurden Tsunami-Warnungen ausgegeben. Behörden auf den Philippinen und in Indonesien forderten die Bewohner der betroffenen Küstenregionen auf, sich unverzüglich in höher gelegene Gebiete zu begeben. Â
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Beben der Stärke 7,8 am Montagmorgen in einer Tiefe von 35 Kilometern etwa 24 Kilometer westlich der Provinz Sarangani auf der Insel Mindanao. Kurz darauf gab es leichteres Nachbeben der Stärke 6,1 in derselben Region. Das zweite Beben ereignete sich laut USGS in einer Tiefe von 67 Kilometern.
Im Onlinenetzwerk Facebook veröffentlichte und von AFP verifizierte Aufnahmen zeigten, wie in General Santos City ein Einkaufszentrum in sich zusammensackte und nur noch Trümmer hinterließ. An einem anderen Ort stürzte ein Gebäude auf dem Gelände einer Schule ein. Laut Polizei könnte die Opferzahl noch steigen. Die Rettungsarbeiten waren demnach im Gange.
Laut dem Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik mit Sitz in den USA wurden Tsunamiwellen entlang der Küsten mehrerer Pazifik-Anrainer erwartet, darunter die Philippinen, Indonesien, Palau, Taiwan und Papua-Neuguinea.Â
Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos setzte angesichts der Tsunami-Gefahr den Schulunterricht in den betroffenen Gebieten auf Mindanao aus. Die Bewohner der Küstenregionen forderte er zur sofortigen Evakuierung auf. "Begeben Sie sich jetzt auf höhergelegenes Gelände. Warten Sie nicht", sagte er. "Ihr Leben ist wichtiger als alles, was Sie zurücklassen."Â
Auch Japan gab für weite Teile der Pazifikküste eine Tsunami-Warnung aus. Die japanische Wetterbehörde teilte mit, dass ab 11.30 Uhr (Ortszeit, 04.30 Uhr MESZ) Tsunami-Wellen mit einer Höhe von bis zu einem Meter in verschiedenen Regionen erwartet würden.
Indonesiens Katastrophenschutzbehörde wies unterdessen die Behörden in mehreren Regionen an, die Bewohner umgehend zur "geordneten" Evakuierung in höhergelegene Gebiete aufzufordern. Betroffen waren demnach Manado in der Provinz Nord-Sulawesi, die Sangihe-Inseln sowie die nördliche Provinz Gorontalo.
Der Behörde zufolge war das Beben in den betroffenen Gebieten für zwei bis drei Sekunden schwach zu spüren. Die Lage vor Ort sei derzeit aber "sicher, ruhig und unter Kontrolle", sagte ein Sprecher.
Indonesien und die Philippinen sind wegen ihrer Lage auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring häufig von Erdbeben betroffen. Im Oktober wurde der Osten Mindanaos von zwei Erdbeben der Stärke 7,4 und 6,7 erschüttert, bei denen mindestens acht Menschen ums Leben kamen. Zuvor hatte ein schweres Erdbeben die philippinische Provinz Cebu im Zentrum des Landes erschüttert, 76 Menschen starben damals.
In Indonesien war im Jahr 2004 die Provinz Aceh bei einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe schwer zerstört worden, damals starben alleine in Indonesien 170.000 Menschen.