Foodwatch startet Abstimmung über

Matcha-Pulver Bild: AFP

Foodwatch startet Abstimmung über "dreisteste Werbelüge" des Jahres

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Wahl zur 'dreistesten Werbelüge' des Jahres gestartet. Nominiert für den 'Goldenen Windbeutel' sind fünf Produkte.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Wahl zur "dreistesten Werbelüge" des Jahres gestartet. Nominiert für den "Goldenen Windbeutel" sind fünf Produkte: ein Backpulver für Zubereitungen im Airfryer, ein Joghurt mit 0,1 Prozent Matcha-Pulver, ein "Mikronährstoffkonzentrat" hauptsächlich aus Fruchtsaft, Gummibärchen mit Vitaminen zur Steigerung der Libido sowie weniger Kaugummis zum gleichen Preis. Verbraucherinnen und Verbraucher können darüber bis Anfang Juli online abstimmen.  

Das "Airfryer Backin Backpulver" von Dr. Oetker wird als Innovation für den Airfryer beworben, unterscheidet sich laut Foodwatch aber nicht vom "deutlich günstigeren" Standardbackpulver. Der Preis ist demnach "mindestens" doppelt so hoch. 

Die Bio-Molkerei Andechser wirbt auf ihrem Joghurt Matcha Mango mit der Zutat Matcha - er enthält laut Foodwatch aber nur 0,1 Prozent des Grünteepulvers, eine Messerspitze auf 500 Gramm. Für die grünliche Farbe sorge auch das Algenpulver Spirulina.

Hersteller Lavita verlangt 50 Euro für die Halbliterflasche "Mikronährstoffkonzentrat". Es besteht laut Foodwatch aber hauptsächlich aus Fruchtsaftkonzentrat.

Die Libido-Bärchen sollen "extra Spice in dein Liebesleben" bringen, für 60 Stück verlangt Hersteller Beautybears rund 25 Euro. Sie bestehen laut Foodwatch vor allem aus Zucker; die Wirkung der zugesetzten Vitamine und Pflanzenstoffe sei nicht belegt. 

Ein "typischer Fall von Shrinkflation" schließlich seien die Kaugummis Airwaves Cool Cassis von Mars. Der Hersteller habe den Packungsinhalt von zwölf auf zehn Stück verkleinert, der Preis sei bei vielen Händlern aber gleich geblieben oder habe sich nur minimal verringert, erklärte Foodwatch. Das sei eine Preiserhöhung von bis zu 20 Prozent.  

Die Organisation verleiht den "Goldenen Windbeutel" seit 2009, um auf das Problem der Verbrauchertäuschung im Lebensmittelbereich hinzuweisen. Die Kandidaten hätten "eines gemeinsam: Sie ziehen Verbraucherinnen und Verbrauchern mit gewieften Maschen das Geld aus der Tasche", erklärte Alina Nitsche von Foodwatch zur diesjährigen Abstimmung. "In Zeiten ohnehin schon hoher Lebensmittelpreise ist die Abzocke besonders dreist." 

Foodwatch forderte die Bundesregierung auf, die Verbrauchertäuschung zu "stoppen" - etwa mit einem Gesetz gegen Shrinkflation. Die Organisation verwies auf den Koalitionsvertrag, wo es heißt: "Wir setzen uns für mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen ein."Â