Elf Tote und 19 Verletzte bei Brand in Kinderheim in Algerien

Polizisten vor dem ausgebrannten Waisenhaus in Algier Bild: AFP

Elf Tote und 19 Verletzte bei Brand in Kinderheim in Algerien

Bei einem Brand in einem Kinderheim in Algerien sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, darunter mehrere Kinder. Zudem gibt es laut der vorläufigen Bilanz des Unglücks in einem Vorort der Hauptstadt Algier 19 Verletzte.

Bei einem Brand in einem Kinderheim in Algerien sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, darunter mehrere Kinder. Zudem gebe es laut der vorläufigen Bilanz des Unglücks in einem Vorort der Hauptstadt Algier 19 Verletzte, teilte der algerische Zivilschutz am Donnerstag mit. Der algerische Staatschef Abdelmadjid Tebboune beklagte während eines Berlin-Besuchs, dass "mehrere Kinder" unter den Toten seien. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich bestürzt.

Der Löscheinsatz in Mohammadia, einem Vorort der Hauptstadt Algier, hatte laut Zivilschutz gegen 03.00 Uhr morgens begonnen. Der 41 Jahre alte Anwohner Abdessalam Merrah sagte der Nachrichtenagentur AFP, außer der Feuerwehr habe er um diese Zeit auch die "Schreie der Kinder" gehört.

Ein anderer Augenzeuge berichtete, die Feuerwehr habe eine Kettensäge einsetzen müssen, um ein Metallgitter von einem Fenster zu entfernen. Ein AFP-Journalist sah vor Ort schwarze Spuren um die Fenster des Gebäudes. Die Brandursache war zunächst unklar.

Staatschef Tebboune brachte während seines Deutschland-Besuchs seine Anteilnahme zum Ausdruck. Unter den Todesopfern seien auch mehrere Kinder, sagte er laut der algerischen Nachrichtenagentur APS.

Bundeskanzler Merz sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Tebboune in Berlin, er habe "mit großer Bestürzung" von dem Brand in Algier erfahren. An Tebboune gerichtet fügte er hinzu: "Ich möchte Ihnen und Ihrem Land im Namen der Bundesrepublik Deutschland meine tiefe Anteilnahme aussprechen und Sie bitten, dies auch an die Familien der Opfer so weiterzugeben."

Der algerische Ministerpräsident Sifi Ghrieb besuchte Verletzte in einer auf Brandverletzungen spezialisierten Klinik in Zeralda, einem Vorort von Algier, sowie im Mustapha-Bacha-Krankenhaus in der Hauptstadt, wie das algerische Fernsehen zeigte.

Der Chef der Rechtsmedizin des Mustapha-Bacha-Krankenhauses, Rachid Belhadj, sagte dem algerischen Fernsehen, einige Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Für ihre Identifizierung würden nun DNA-Proben benötigt, das Verfahren werde mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Wie Südeuropa leidet auch Algerien seit Tagen unter einer Hitzewelle. Vom 8. bis zum 15. Juli brachen in verschiedenen Regionen des nordafrikanischen Landes insgesamt 932 Brände aus, wie der Zivilschutz laut APS mitteilte. 913 davon seien bis Mittwochmorgen gelöscht worden. Im Norden des Landes starb diese Woche ein 59 Jahre alter Stadtangestellter, als er der Feuerwehr bei der Brandbekämpfung half.

Der menschengemachte Klimawandel trägt zu häufigeren und heftigeren Waldbränden bei. Immer wieder werden Feuer absichtlich gelegt.