Mali: Mehr als 50 Tote bei Angriff von Dschihadisten und Tuaregs auf Militärkonvoi
AFP19. Juli 2026, 14:35 UhrBRENNPUNKTE
Bei einem gemeinsamen Angriff von Dschihadisten und Tuareg-Separatisten im Norden Malis auf einen Militärkonvoi sind mehr als 50 Soldaten und Milizionäre getötet worden.
Bei einem gemeinsamen Angriff von Dschihadisten und Tuareg-Separatisten im Norden Malis auf einen Militärkonvoi sind mehr als 50 Militärs sowie Mitglieder staatlich unterstützter Milizen getötet worden. 24 andere Insassen des Konvois seien  gefangengenommen worden, berichtete am Sonntag ein der Militärjunta nahestehender Kommunalpolitiker. Es war eine der blutigsten Attacken auf die malischen Streitkräfte seit Beginn des Konflikts vor rund 15 Jahren.
"Die vorläufige Bilanz des Angriffs ist äußerst schwerwiegend", sagte der Kommunalpolitiker der Nachrichtenagentur AFP. Aus Armeekreisen verlautete, einige Soldaten seien "regelrecht hingerichtet" worden. Es werde untersucht, welche taktischen Fehler die Truppe so verwundbar gemacht hätten.
"Es gab ein Koordinierungsproblem zwischen den Russen und der Armee", erklärte ein anderer Kommunalvertreter. Die Ehefrau eines getöteten Soldaten forderte die Regierung auf, über das Ausmaß der Niederlage aufzuklären. "Es gibt zu viele Tote", sagte sie.
Die beiden Gruppierungen gehen seit Ende April gemeinsam gegen die Junta vor. Bei einer großangelegten Offensive nahmen sie mehrere Städte im Norden ein, darunter die strategisch wichtige Stadt Kidal. Bei den Angriffen wurde auch Verteidigungsminister Sadio Camara getötet. Anfang Mai rief die JNIM zu einer "gemeinsamen Front" gegen die Militärregierung auf, während die FLA auch den wichtigen Militärstützpunkt Tessalit einnahm.
Die jüngsten Kämpfe verschärfen den Druck auf die seit zwei Militärputschen 2020 und 2021 herrschende Junta. Bereits im August 2024 hatten malische Soldaten und russische Kämpfer der Wagner-Miliz bei Tinzaouatène eine schwere Niederlage erlitten. Einen Monat später tötete eine JNIM-Doppelattacke auf den Militärflughafen und eine Gendarmerieschule in Bamako mehr als 70 Menschen.
Mali wird seit 2012 von Gewalt durch dschihadistische Gruppen, Tuareg-Separatisten und Milizen erschüttert. Die Junta beendete nach dem Abzug westlicher Truppen die Zusammenarbeit mit Frankreich und setzt in den bewaffneten Konflikten vor allem auf russischen Beistand. Die Militärs waren mit dem Versprechen angetreten, die Sicherheit wiederherzustellen und Malis territoriale Einheit zu bewahren.Â