UN-Aidshilfe: Hilfsgelder für den Kampf gegen HIV 2025 drastisch gekürzt

Proteste gegen Aids-Mittelkürzungen in den USA Bild: AFP

UN-Aidshilfe: Hilfsgelder für den Kampf gegen HIV 2025 drastisch gekürzt

Gelder zur Bekämpfung von Aids sind nach Angaben der UN-Aidshilfe im vergangenen Jahr weltweit drastisch gekürzt worden. Die Mittel für HIV-Hilfeprogramme in Entwicklungsländern seien 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Fünftel zurückgegangen.

Gelder zur Bekämpfung von Aids sind nach Angaben der UN-Aidshilfe im vergangenen Jahr weltweit drastisch gekürzt worden. Die Mittel für HIV-Hilfsprogramme in Entwicklungsländern seien 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Fünftel zurückgegangen, heißt es in einem UN-Bericht anlässlich der am Montag eröffneten Aids-Konferenz im brasilianischen Rio de Janeiro. Der Großteil der Gelder kommt trotz Kürzungen aus den USA.

"Wenn wir nicht so zusammenstehen, wie wir es in der Vergangenheit getan haben, werden wir ein Wiederaufflammen erleben", warnte die stellvertretende Chefin des UN-Programms UNAIDS, Angeli Achrekar, im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Bezug auf das HI-Virus. Die USA hatten ihre Hilfsprogramme unter Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr zusammengestrichen, europäische Länder zogen nach, darunter auch Deutschland und Frankreich.

Seit 2011 seien die jährlichen Gelder für die Aidshilfe aus Europa um mehr als die Hälfte zurückgegangen, heißt es in dem UN-Bericht weiter. Die USA füllten demnach die Lücke: Trotz Trumps drastischer Kürzungen kamen im vergangenen Jahr knapp drei Viertel der staatlichen Hilfsgelder aus den USA. Experten zufolge ist es noch zu früh, um die Folgen der Kürzungen abzuschätzen.

Die am stärksten betroffenen Länder, viele von ihnen südlich der Sahara, erhöhten derweil ihre Ausgaben. Viele Entwicklungsländer sind nach UN-Angaben dennoch zu rund 90 Prozent auf Hilfsgelder aus anderen Staaten angewiesen.

Die Zahl neuer HIV-Infektionen und Todesfälle im Zusammenhang mit Aids sank im vergangenen Jahr auf das niedrigste Niveau seit mehr als 30 Jahren, teilte das UN-Programm mit. In 21 Länder stieg die Zahl der HIV-Neuinfektionen jedoch.

Nach UN-Einschätzung hat nur gut die Hälfte aller infizierten Kinder Zugang zu Medikamenten, die eine Verbreitung des HI-Virus verhindern. Achrekar rief Pharmakonzerne deshalb auf, neue Medikamente "für alle zugänglich und erschwinglich" zu machen. Der US-Hersteller Merck kündigte vor der Aidskonferenz bereits an, die Produktion von Generika für sein neues, bislang nicht zugelassenes Medikament zu erlauben.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen forderte in der vergangenen Woche auch den US-Konzern Gilead auf, sein zur Aids-Prävention eingesetztes Medikament in mehr Staaten zugänglich zu machen. Es gilt als revolutionär, weil es nur zweimal pro Jahr gespritzt werden muss.

Menschen in Brasilien, Argentinien, Mexiko und Peru seien derzeit von einer Behandlung ausgeschlossen, obwohl das Medikament dort getestet worden sei, kritisierte die Organisation. Außerdem sei das Mittel zu teuer: Der Wirkstoff könne für 40 Dollar (rund 35 Euro) im Jahr pro Patient hergestellt werde, in den USA koste eine Behandlung aber 28.000 Dollar pro Jahr.