Erhebung: Tigerpopulation in Nepal auf 429 gestiegen
AFP29. Juli 2026, 12:33 UhrUMWELT
Die Tigerpopulation in Nepal ist einer neuen Erhebung zufolge in den vergangenen vier Jahren um 20 Prozent gestiegen. Seit 2022 wuchs die Zahl der Tiger von 355 auf 429 Tiere an.
Die Tigerpopulation in Nepal ist einer neuen Erhebung zufolge in den vergangenen vier Jahren um 20 Prozent gestiegen. Seit 2022 wuchs die Zahl der Tiger von 355 auf 429 Tiere an, wie die am Mittwoch veröffentlichte, jüngste landesweite Erhebung ergab. Die Tigerpopulation habe jedes Jahr um fünf Prozent zugenommen, teilte ein Sprecher der Abteilung für Nationalparks und Wildtierschutz Nepals der Nachrichtenagentur AFP mit.
Die zwischen Dezember und Juli umgesetzte Erhebung erstreckte sich über mehr als 7300 Quadratkilometer der südlichen Ebenen Nepals, in denen die Raubtiere heimisch sind. Wildtierbehörden setzten dabei mehr als 3600 bewegungssensitive Kameras in fünf Schutzgebieten ein. Experten analysierten Tausende Aufnahmen, um einzelne Tiger anhand ihrer charakteristischen Streifenmuster zu identifizieren.
Nepal gilt als Vorreiter beim Schutz von Großkatzen. Im Jahr 2010 verpflichtete der Himalaya-Staat sich mit zwölf weiteren Ländern dazu, die Zahl der Tiger bis 2022 zu verdoppeln. Es wurde das erste Land, das dieses Ziel erreichte, und erhöhte seine Tigerpopulation von etwa 121 Tieren im Jahr 2009 auf 355 im Jahr 2022.
Der Schutz der Raubkatzen hat jedoch unbeabsichtigte Risiken für Menschen zur Folge, die in der Nähe von Tigern leben. Regierungsdaten zufolge wurden zwischen 2019 und 2023 mindestens 38 Menschen bei Tigerangriffen getötet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts streiften mehr als 100.000 Tiger weltweit durch die Wildnis. Bis 2010 sanken die weltweiten Bestände jedoch auf geschätzte 3200 Tiere, bevor sie sich in Teilen Asiens infolge verstärkter Schutzmaßnahmen wieder erholten.