DLRG: In diesem Jahr bereits mindestens 261 Badetote in Deutschland

Warnhinweis an Beckenrand Bild: AFP

DLRG: In diesem Jahr bereits mindestens 261 Badetote in Deutschland

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind in Deutschland mindestens 261 Menschen bei Bade- und Wasserunfällen ums Leben gekommen. Dies teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Bad Nenndorf mit.

Mindestens 261 Menschen sind in den ersten sieben Monaten dieses Jahres in Deutschland nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bereits bei Bade- und Wasserunfällen ums Leben gekommen. Das sind 15 Menschen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres 2025, wie die Organisation am Donnerstag in Bad Nenndorf mitteilte. Allein seit Beginn der Badesaison Anfang Mai seien 189 Menschen ertrunken.

"Insbesondere im Juni kam es zu einem dramatischen Anstieg an Unfällen", berichtete DLRG-Präsidentin Ute Vogt. In dem Monat gab es demnach mehr als 100 Badetote - so viele wie seit 23 Jahren nicht mehr. 90 Prozent der Todesfälle ereigneten sich laut DLRG in frei zugänglichen Gewässern im Binnenland. "Die Zahlen zeigen wieder einmal, dass es besonders dort lebensbedrohlich wird, wo zumeist keine Rettungskräfte vor Ort sind", erklärte Vogt.

Demnach kamen in Seen und Teichen bislang 118 Menschen ums Leben und damit 22 mehr als im Vorjahreszeitraum, 90 waren es in Bächen und Flüssen. Unter anderem in Kanälen ertranken laut DLRG 17 Menschen, in der Ostsee kamen 14 ums Leben, in Schwimmbädern ebenfalls 14.

Besonders unter jungen Menschen zwischen elf und 30 Jahren ist die Zahl der Todesfälle erneut angestiegen. 75 Menschen in dieser Altersgruppe ertranken bislang in diesem Jahr, im vergangenen Jahr waren es noch 49. Mit 95 Prozent handelte es sich bei der deutlichen Mehrheit der jüngeren Opfer um Männer und Jungen.

Laut DLRG-Präsidentin Vogt ist leichtsinniges Verhalten in Verbindung mit Alkohol oder Drogen der Grund für die Häufung von Badeunfällen unter jungen Männern. "Andere können nicht oder kaum schwimmen und begeben sich völlig unnötig in Lebensgefahr." Auch im Gesamtüberblick aller Altersgruppen betrug der Anteil männlicher Opfer 85 Prozent.

Unter Kindern bis zehn Jahren gab es mindestens acht Opfer. In der Altersgruppe zwischen 51 und 70 Jahren waren es 41 Todesfälle, 20 weniger als im vergangenen Jahr. Knapp jedes vierte Todesopfer, dessen Alter bekannt ist, war älter als 70 Jahre. Besonders bei älteren Schwimmern führten immer wieder Vorerkrankungen, Selbstüberschätzung und unzureichende Vorsicht zu Unfällen.

Die DLRG fordert mit Blick auf die Zahlen mehr Aufklärung über die Gefahren im Wasser. Zu wenige Kinder lernen laut Präsidentin Vogt das Schwimmen: "Wir gehen davon aus, dass weiterhin die Mehrheit der Kinder die Grundschule verlässt, ohne ein Schwimmabzeichen abgelegt zu haben beziehungsweise das zu können." Sicheres Schwimmen sei allerdings der beste Schutz gegen das Ertrinken.

Der Schwimmmeisterverband warnte Menschen vor Selbstüberschätzung im Wasser. "Selbst ein geübter Schwimmer wird bei Strömungen, wie sie etwa im Rhein vorherrschen, schnell in Probleme geraten. Die meisten, die verunglücken, überschätzen ihre Fähigkeiten immens", sagte dessen Präsident Peter Harzheim der "Rheinischen Post". Er riet außerdem dazu, in Flüssen und Seen aus Sicherheitsgründen zu zweit schwimmen zu gehen. "Dann kann im Ernstfall noch Hilfe geleistet werden."