Sri Lanka setzt nach Unruhen in Gefängnis Soldaten ein

Soldaten am Welikada-Gefängnis in Sri Lanka Bild: AFP

Sri Lanka setzt nach Unruhen in Gefängnis Soldaten ein

Nach einem gescheiterten Gefängnisausbruch hat Sri Lanka schwer bewaffnete Soldaten in seinem wichtigsten Hochsicherheitsgefängnis stationiert. Hunderte Soldaten und Polizeikommandos bewachten das Gelände des Welikada-Gefängnisses.

Nach einem gescheiterten Gefängnisausbruch hat Sri Lanka schwer bewaffnete Soldaten in seinem wichtigsten Hochsicherheitsgefängnis stationiert. Hunderte Soldaten und Polizeikommandos bewachten am Freitag das Gelände des Welikada-Gefängnisses nach Unruhen, die am Vorabend begonnen hatten. Dabei wurde offiziellen Angaben zufolge ein Insasse getötet, zehn weitere wurden verletzt.

Rund 40 Verurteilte waren gegen Mitternacht aus ihren Zellen ausgebrochen und auf das Dach des Gebäudes geklettert. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Wachen. Ein Gefängnisbeamter sagte, die Lage sei unter Kontrolle gebracht worden.

Aus einem anderen Gefängnis in Kuruwita etwa 80 Kilometer südöstlich von Colombo wurden ähnliche Unruhen gemeldet. Dort wurden offiziellen Angaben zufolge zwei Insassen getötet und 13 weitere verletzt. In einem weiteren Gefängnis in Pallansena nördlich von Colombo kam es zu einem ähnlichen Vorfall.

Sri Lankas Minister für öffentliche Sicherheit, Ananda Wijepala, sagte vor dem Parlament des Landes: "Wir erkennen in diesen Vorfällen ein Muster und vermuten eine Verschwörung."

Seit Juli sind bei zwei Gefängnisaufständen in Sri Lanka zehn Wärter und 23 Insassen getötet worden. Behördenvertreter führen die zunehmenden Unruhen auf Überbelegung zurück. Die Gefängnisse in dem südasiatischen Land sind etwa viermal so stark belegt wie vorgesehen.