Rettungskräfte bringen die Gebeine in Sicherheit Bild: AFP
Spanien: Gebeine der ersten Könige von Aragón vor Waldbrand gerettet
AFP14. August 2026, 19:02 UhrBRENNPUNKTE
Einsatzkräfte haben in Nordostspanien die Gebeine der ersten Könige Aragóns vor einem Waldbrand gerettet. Die Überreste stammen aus dem königlichen Pantheon von San Juan de la Peña, in dem Ramiro I., Sancho RamÃrez und Pedro I. bestattet sind.
Angesichts eines herannahenden Waldbrands haben Einsatzkräfte in Nordostspanien die Gebeine der ersten Könige des mittelalterlichen Königreichs Aragón aus einem rund tausend Jahre alten Kloster in Sicherheit gebracht. Die sterblichen Überreste stammen aus dem königlichen Pantheon von San Juan de la Peña, in dem nach Angaben der Regionalregierung von Aragonien Ramiro I., Sancho RamÃrez und Pedro I. bestattet sind.
Auf Aufnahmen der militärischen Nothilfeeinheit UME war zu sehen, wie Einsatzkräfte am Donnerstag durchsichtige Behälter mit Schädeln und anderen Knochen aus dem Kloster tragen. Auch Kunstwerke und ein Kelch wurden in Sicherheit gebracht, während auf den umliegenden Hügeln die Flammen loderten.
"In letzter Minute konnten wir Kulturgüter von außergewöhnlichem historischen Wert für diese Region und für ganz Spanien retten", sagte UME-Einsatzleiter Javier Marcos. Einsatzkräfte blieben weiter vor Ort, um die beiden Klöster von San Juan de la Peña vor den Flammen zu schützen.
Das ältere Kloster hat seinen Ursprung im 10. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten historischen Stätten Aragoniens. Einer Legende zufolge wurde dort einst der Heilige Gral aufbewahrt. Die Anlage liegt nahe einer der Jakobsweg-Pilgerrouten nach Santiago de Compostela und zieht jährlich rund 100.000 Besucher an.
Der Waldbrand in Aragonien war Anfang der Woche ausgebrochen und erfasste nach Angaben der Regionalbehörden ein Gebiet von mehr als 10.000 Hektar. Rund 850 Menschen aus umliegenden Ortschaften wurden evakuiert, etwa 500 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.
Spanien erlebt erneut ein schweres Waldbrandjahr. Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems Effis verbrannten seit Jahresbeginn bereits mehr als 283.000 Hektar. Im Rekordjahr 2025 waren es knapp 400.000 Hektar.