Frankreichs Regierung verteidigt Vorgehen bei Bränden - Hilfszahlungen angekündigt

Sébastien Lecornu Bild: AFP

Frankreichs Regierung verteidigt Vorgehen bei Bränden - Hilfszahlungen angekündigt

Gut zwei Wochen nach dem Ende des größten Flächenbrands in Frankreich seit Jahrzehnten hat Premierminister Sébastien Lecornu das Vorgehen der Behörden verteidigt und Hilfen in Höhe von 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt. 'Wir haben nichts zu verbergen', sagte er.

Gut zwei Wochen nach dem Ende des größten Flächenbrands in Frankreich seit Jahrzehnten hat Premierminister Sébastien Lecornu das Vorgehen der Behörden verteidigt und Hilfszahlungen in Höhe von 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt. "Wir haben nichts zu verbergen", sagte er am Montag in Mérignac bei Bordeaux. Die Entscheidungen zu den Lösch- und Rettungsarbeiten seien nicht in Paris, sondern überwiegend vor Ort getroffen worden, erklärte er. 

Lecornu war am Montag im besonders betroffenen Ort Le Porge mit Buhrufen empfangen worden. Etwa 200 in Schwarz gekleidete Bewohner hatten sich vor dem Rathaus versammelt. "Es gibt viel Wut und Emotionen, das ist normal. Die Menschen hier haben alles verloren", sagte Lecornu später dazu. Der Premierminister war am Vortag bereits mit Betroffenen in Le Porge zusammengekommen, ohne die Anwesenheit von Journalisten. 

In dem Ort an der Atlantikküste westlich von Bordeaux waren Ende Juli 183 von 250 Häusern abgebrannt. In Onlinediensten hatten sich danach Gerüchte verbreitet, die Rettungskräfte hätten sich auf den Schutz der Halbinsel Cap Ferret konzentriert und den Ort Le Porge den Flammen überlassen. Cap Ferret ist ein beliebter Urlaubsort, wo viele reiche Menschen und Prominente Ferienhäuser besitzen. Lecornu warnte vor "verschwörungstheoretischen Entgleisungen". Er rief die Feuerwehr und die regionalen Behörden dazu auf, der Bevölkerung ihr Vorgehen bei der Brandbekämpfung "Minute für Minute" zu erklären.  

Der Premierminister kündigte am Montag unter anderem Steuererleichterungen für betroffene Unternehmen an. Diese könnten "100 Millionen Euro übersteigen", sagte er. Er appellierte an die Versicherer, die Betroffenen zügig zu entschädigen. Zudem sollen bürokratische Hürden abgebaut werden, um den Wiederaufbau zu erleichtern. So sollen Baugenehmigungen in der Region nach spätestens vier Wochen ausgestellt werden. Zudem will die Regierung die Einrichtung eines Luftstützpunktes zur Brandbekämpfung im westfranzösischen Mont-de-Marsan erneut prüfen. Diesen Plan hatte sie 2025 zunächst verworfen. 

Die Einsatzkräfte verhinderten unterdessen am Montag, dass ein weiterer Waldbrand etwa 100 Kilometer südlich von Bordeaux sich weiter ausbreitete. Das Feuer nahe dem Ort Luglon erfasste seit Donnerstag etwa 1700 Hektar. Etwa 250 evakuierte Einwohner durften am Montag in ihre Häuser zurückkehren. 

Der riesige Brand an der Atlantikküste hatte Ende Juli mehr als 42.000 Hektar verwüstet. Dies ist die größte abgebrannte Fläche in Frankreich seit 1949. Der Tourismus brach in dem Département Gironde im Vergleich zum Vorjahr um etwa die Hälfte ein. 

Insgesamt sind in Frankreich seit Beginn des Sommers mehr als 100.000 Hektar Wald abgebrannt, ein historischer Höchstwert. Nach mehreren Hitzewellen in den vergangenen Wochen sind die Wälder extrem ausgetrocknet.Â