Strafen für Internetnutzer in China wegen Falschinformationen zu Sturzflut im Himalaya

Bericht im chinesischen Fernsehen über die Sturzflut Bild: AFP

Strafen für Internetnutzer in China wegen Falschinformationen zu Sturzflut im Himalaya

Chinas Behörden gehen wegen des Vorwurfs der Verbreitung von Falschinformationen zur verheerenden Sturzflut im Himalaya gegen zehn Menschen vor. Sie hätten angedeutet, dass die Zahl der Toten und Vermissten deutlich höher sei als offiziell angegeben.

Chinas Behörden gehen wegen des Vorwurfs der Verbreitung von Falschinformationen zur verheerenden Sturzflut im Himalaya gegen zehn Menschen vor. Sie hätten im Internet angedeutet, dass die Zahl der Toten und Vermissten deutlich höher sei als offiziell angegeben, teilte das Büro für Cybersicherheit des Ministeriums für öffentliche Sicherheit am Montag mit. Den Betroffenen drohten Geldstrafen und bis zu zehn Tage Haft.

Ein Mensch mit dem Nachnamen Liu etwa schrieb den Angaben zufolge im Internet, dass infolge der Sturzflut mehr als 3000 Menschen in China gestorben seien. Laut den bisherigen offiziellen Angaben kamen in der autonomen Region Tibet in China 16 Menschen ums Leben und in Nepal 903. In Tibet werden demnach 546 Menschen vermisst, in Nepal 4247.

Das chinesische Außenministerium gab an, Informationen zum Unglück würden "offen, transparent und zügig" verbreitet. Es wies Vorwürfe zurück, die Behörden hätten Bilder zurückgehalten oder die Zahl der Opfer beschönigt. "Die Bevölkerung billigt keine böswillige Verleumdung, keine Sensationsmache und keine Ausschlachtung der Katastrophe", sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Sturzflut hatte am vergangenen Mittwoch im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet im Himalaya ganze Ortschaften zerstört. Die autonome Region Tibet ist für ausländische Journalisten nahezu unzugänglich. In der Regel können sich Medienvertreter nur im Rahmen von behördlich organisierten Besuchen dorthin begeben.

Rettungskräfte beiderseits der Grenze suchen weiter nach Überlebenden. Die Arbeit wurde am Montag durch widrige Wetterbedingungen erschwert, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Auf Bildern des Staatsfernsehens waren Einsatzkräfte zu sehen, die etwa durch den Schlamm wateten.