Terrorermittlungen nach Angriff auf Umspannwerk in Brandenburg
AFP2. September 2026, 12:50 UhrENERGIE
Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs ermittelt die Polizei unter anderem wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Unterdessen dauerte die Suche nach Beweismitteln vor Ort weiter an.
Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs ermittelt die Polizei unter anderem wegen Terrorverdachts. Neben dem Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel werde auch wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt, teilte das Brandenburger Polizeipräsidium am Mittwoch in Potsdam mit. Unterdessen daure die Suche nach Beweismitteln vor Ort weiter an.
Der Angriff am Dienstagmorgen hatte zu einer kurzzeitigen Unterbrechung von Stromleitungen geführt. Laut Innenminister Jan Redmann (CDU) brachten die bislang unbekannten Täter "leitfähiges Material" in die Höchstspannungsleitungen ein, was in einem Fall zu einem Kurzschluss führte. Am Dienstagabend hatte er vor Ort noch von zwei Kurzschlüssen berichtet.
Laut Netzbetreiber 50Hertz kamen bei dem Angriff selbstgebaute, an Silvesterraketen erinnernde Flugkörper zum Einsatz. Diese seien offenbar fachkundig gebaut worden, sagte Redmann am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".
Ziel sei es offenbar gewesen, eine Verbindung zwischen der Höchstspannungsleitung und dem Erdboden herzustellen, um so den Kurzschluss zu provozieren, sagte Redmann. An der Stelle, an der dies gelungen sei, zeige ein Erdaufwurf die Heftigkeit des Kurzschlusses. Zahlreiche weitere Abschussvorrichtungen hätten hingegen nicht ausgelöst, sagte Redmann. Vor Ort sei mehr als ein Duztend weitere gefunden worden.Â
Auf die Frage nach den möglichen Tätern schloss Redmann im "Morgenmagazin" nicht aus, dass ausländische Akteure dahinterstecken könnten. Bei dem Umspannwerk handle es sich um eine wichtige Verbindung in der Nord-Süd-Energieversorgung, betonte der CDU-Politiker. Ziel der Täter könnte es gewesen sein, die Stromversorgung in Deutschland zu destabilisieren und für großflächige Ausfälle zu sorgen. "Das ist hybride Bedrohung, die wir da gegenwärtig erleben, und insofern können wir auch nicht ausschließen, dass fremde Mächte dahinterstecken."
ÜBERSICHT, D, Brandenburg, Extremismus, Kriminalität, Unternehmen, Energie