Unterhosen vergraben und Pissoirs optimieren: Ig-Nobelpreise für kuriose Forschung verliehen

Träger der Ig-Nobelpreise für Chemie in Zürich Bild: AFP

Unterhosen vergraben und Pissoirs optimieren: Ig-Nobelpreise für kuriose Forschung verliehen

Mit in der Erde vergrabenen Unterhosen die Bodenqualität prüfen oder ein Pissoir entwerfen, bei dem Spritzer vermieden werden: Für derartige kuriose Forschungsarbeiten sind Wissenschaftler aus aller Welt mit den Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet worden.

Mit in der Erde vergrabenen Unterhosen die Bodenqualität prüfen oder ein Pissoir entwerfen, bei dem Spritzer vermieden werden: Für derartige kuriose Forschungsarbeiten sind am Donnerstagabend Wissenschaftler aus aller Welt mit den satirischen Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet worden. Wie es Tradition ist, begann die Verleihungszeremonie in der Schweizer Metropole Zürich mit einem Regen aus Papierfliegern. Die Verleihung der Preise fand erstmals seit ihrer Auslobung 1991 nicht in den USA statt.

Die Auszeichnungen, die auch als Anti-Nobelpreise bekannt sind, werden von dem humoristischen Wissenschaftsmagazin "Annals of improbable research" (Annalen der unmöglichen Forschung) verliehen. Die Organisatoren hatten die Entscheidung, die Verleihung in der Schweiz abzuhalten, im März damit begründet, dass sie beim gegenwärtigen politischen Klima in den Vereinigten Staaten Wissenschaftler nicht "guten Gewissens" dorthin einladen könnten.

Der Name der Preise bezieht sich auf die renommierten Nobelpreise und das englische Wort "ignoble", das mit schmachvoll, unehrenhaft oder unwürdig übersetzt werden kann. In der Kategorie Biologie bekam eine Forschungsgruppe um João Miguel Alves-Nunes den Ig-Nobelpreis. Alves-Nunes war 40.000 Mal 116 verschiedenen Schlangen entgegengetreten, um zu erforschen, wann sie zubeißen und wann nicht. Dabei war es einmal passiert, dass eine Giftschlange den Wissenschaftler durch seine Schutzstiefel hindurch biss.

"Wer wäre so dumm, seinen Fuß vor eine Giftschlange zu setzen? Ich", sagte der 28-Jährige der Universität São Paulo, als er seinen Preis entgegennahm. Er kündigte an, seine Forschungsarbeit auf die Schlangen weiterer Länder auszuweiten.

In gelbem Ölzeug nahmen vier Wissenschaftler aus China, den USA, Kanada und Saudi-Arabien den Ig-Nobelpreis für Physik für ihre Bemühungen um die Optimierung von Pissoirs entgegen. Sie hatten dafür eigens eine Uriniermaschine mit einer Düse entwickelt, die anatomisch exakt einer menschlichen Harnröhre entspricht. 

"In dem Projekt geht es darum, Spritzer zu vermeiden", sagte Kaveeshan Thurairajah, Doktorand der kanadischen Universität Waterloo der Nachrichtenagentur AFP. Schließlich spritzten allein in den USA täglich etwa eine Million Liter Urin aus Pissoirs, was den Reinigungsaufwand sowie das Risiko einer Ansteckung mit Bakterien erhöhe. 

Den Ig-Nobelpreis in Bodenkunde bekamen Forscher der Universität Zürich. Sie hatten per Post insgesamt 2000 Herrenslips an Freiwillige verschickt und sie gebeten, diese in ihren Gärten zu vergraben. Zwei Monate später sollten sie die Kleidungsstücke wieder ausgraben, damit die Forscher von ihrem Zustand Rückschlüsse auf die Feuchtigkeit der Böden ziehen konnten. "Die Idee war, die Bodenkunde sichtbarer zu machen", sagte einer der Preisträger, der als riesige Kakerlake verkleidet war.