Philippinen: Mindestens fünf Tote und Dutzende Vermisste nach Brand auf Fähre
AFP10. September 2026, 14:45 UhrBRENNPUNKTE
Bei einem Brand auf einer Fähre in einer beliebten Touristenregion der Philippinen sind den Behörden zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. 86 Menschen würden noch vermisst, teilte die philippinische Küstenwache mit.
Bei einem Brand auf einer Fähre in einer beliebten Touristenregion der Philippinen sind den Behörden zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. 86 Menschen würden noch vermisst, teilte die philippinische Küstenwache am Donnerstag mit. Die Ursache des Brandes war zunächst unklar, ein Überlebender berichtete nach Angaben der Küstenwache von einer "starken Explosion" im Frachtraum. Demnach wurden bisher fünf Leichen geborgen und an Land gebracht.
Laut Küstenwache brach auf der "June Aster" nahe der im Westen des Landes gelegenen Provinz Palawan am Mittwochabend ein Feuer aus. Auf einem von der Küstenwache im Onlinedienst Facebook veröffentlichten Video war das in Flammen stehende Schiff zu sehen. Später gemachte Fotos zeigen das vollständig ausgebrannte Schiff vor der Küste.
Nach Angaben des Ortungsdienstes Marinetraffic war die Fähre von Manila aus in See gestochen und auf dem Weg in den rund 430 Kilometer entfernten Urlaubsort Coron. Zum Zeitpunkt des Unglücks befand sie sich laut Küstenwache rund zwei Kilometer von der Küste entfernt.Â
Eine Sprecherin der Küstenwache, Noemie Cayabyab, sagte einem örtlichen Radiosender, dass die Passagier- und Besatzungsliste des Schiffes insgesamt 134 Namen aufweise. Unter den Geretteten waren demnach 38 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder.Â
Ein Überlebender hörte ihren Angaben zufolge eine Explosion im Frachtraum des Schiffes. "Danach gab es Rauch und Feuer", sagte Cayabyab vor Journalisten. Nach Aussage des Überlebenden habe sich die Lage rasch zugespitzt: "Binnen weniger Sekunden breitete sich das Feuer aus."
Cayabyab zufolge wurden am Morgen noch 87 Menschen vermisst, in der Zwischenzeit konnte nach den Angaben von Rettungsdiensten ein weiterer Mensch gerettet werden. "Die meisten Menschen, die wir gerettet haben, hatten sich schwimmend von dem Schiff entfernt", teilte die Sprecherin mit. Die Rettungsarbeiten dauerten demnach an.Â
Die Armee schickte Rettungsschiffe zum Unfallort. Auch Fischer und Besitzer touristischer Anlagen beteiligten sich an dem Einsatz.Â
Auf der Facebook-Seite des Bürgermeisters von Coron hinterließen hunderte Menschen Kommentare. Viele versuchten zu erfahren, wie es Freunden und Angehörigen geht. Â
Das Unternehmen Atienza Interisland Ferries Inc., dem die Fähre gehört, teilte mit, dass es bei den Ermittlungen uneingeschränkt kooperiere. "Wir arbeiten unermüdlich und haben alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert, um diese Krise zu bewältigen", hieß es in einer Pressemitteilung. "Wir werden nicht aufgeben, bis alle Personen gefunden worden sind."
Für die Philippinen mit ihren mehr als 7000 Inseln sind Schiffe eines der Hauptverkehrsmittel. Wegen mangelhafter Sicherheitsstandards und unzureichender Wartung gibt es häufiger Unglücke auf See.
Ende Januar waren beim Untergang der Fähre "Trisha Kerstin 3", die im Südwesten der Philippinen zwischen den Inseln Mindanao und Jolo verkehrte, mindestens 52 Menschen ums Leben gekommen. 2023 starben auf derselben Route bei einem Brand auf einer Fähre 31 Menschen. Â