Globaler Fonds warnt vor Folgen von weniger Hilfsgeldern für Kampf gegen Malaria

Mikroskop-Bild vom Blut eines Malaria-Patienten Bild: AFP

Globaler Fonds warnt vor Folgen von weniger Hilfsgeldern für Kampf gegen Malaria

Die Streichung internationaler Hilfsgelder hat laut dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria kurz- und langfristige Folgen für den Kampf gegen die Krankheiten. Daran bestehe 'kein Zweifel', sagte der Direktor des Globalen Fonds, Peter Sands.

Die Streichung internationaler Hilfsgelder hat laut dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria kurz- und langfristig negative Folgen für den Kampf gegen die Krankheiten. "Es besteht kein Zweifel, dass die Kürzungen bei der externen Finanzierung die Gesundheitsfolgen beeinflusst haben", sagte der Direktor des Globalen Fonds, Peter Sands, am Mittwoch in Genf. Er warnte vor allem vor einer weiteren Ausbreitung von Malaria.

Wichtige Geberländer wie die USA und Großbritannien haben ihre Hilfszahlungen reduziert. Im Zeitraum 2024 bis 2026 hat der Fonds laut Sands 5,3 Milliarden Dollar (4,59 Milliarden Euro) in Maßnahmen gegen Aids, Tuberkulose und Malaria gesteckt. 

Sands schilderte, dass die betroffenen Länder den Wegfall von Hilfszahlungen durch eine Umverteilung von Ressourcen zwar teilweise ausgeglichen hätten. Dies gehe aber auf Kosten der Vorbeugung der Krankheiten, was langfristige Folgen haben werde.

"2025 haben wir gesehen, dass die Länder ihre Ressourcen umgeschichtet und unmittelbaren lebensrettenden Maßnahmen Priorität eingeräumt haben", führte Sands aus. "Behandlung schnitt auf eine Art besser als Prävention ab, weil die Leute verständlicherweise sicherstellten, dass erkrankte Menschen behandelt werden."

Langfristige Schutzmaßnahmen wie die Ausbildung von Gesundheitspersonal und die Verbesserung der medizinischen Infrastruktur seien in der Folge aber zu kurz gekommen. Sollten die Geberstaaten ihren Kurs nicht ändern, würde dies zum Tod von hunderttausenden Menschen jährlich führen, warnte der Chef des Globalen Fonds. Um zu beziffern, wie viele Menschenleben die Mittelkürzungen bereits gekostet hätten, warte der Fonds noch auf die Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 2025.

Besonders besorgt äußerte sich Sands über die "unzulängliche" Finanzierung des internationalen Kampfs gegen Malaria, an der nach WHO-Angaben jährlich mehr als 600.000 Menschen sterben. Dies sei das Thema, das "mich nachts wach hält", sagte der Fonds-Chef. "Bei Krankheiten wie diesen gilt: Wenn wir nicht gewinnen, verlieren wir, und wir müssen weiter Boden gut machen."

Der Globale Fonds hat nach eigenen Angaben seit seiner Gründung im Jahr 2002 etwa 72 Millionen Todesfälle durch Aids, Malaria und Tuberkulose verhindert und die Todesrate bei diesen drei Krankheiten insgesamt um 65 Prozent verringert.