Blick auf den Strand von Ipanema im Regen Bild: AFP
Rio erlebt regnerischsten September seit Beginn der Aufzeichnungen
AFP24. September 2026, 12:03 UhrBRENNPUNKTE
Das normalerweise sonnenverwöhnte Rio de Janeiro erlebt derzeit den regnerischsten September seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 30 Jahren. Die legendären Strände sind wie leergefegt.
Das normalerweise sonnenverwöhnte Rio de Janeiro erlebt derzeit den regnerischsten September seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 30 Jahren. Die bisher gemessenen Niederschlagsmengen seien die höchsten seit dem Start der Messungen 1997, erklärte die Stadtverwaltung. Die sonst von sonnenhungrigen Urlaubern und fliegenden Händlern wimmelnden legendären Strände der brasilianischen Metropole sind wie leergefegt, nur wenige Besucher mit Regenmänteln und Schirmen sind auf der Strandpromenade unterwegs.
Experten zufolge ist der ungewöhnlich nasse September eine Folge des Wetterphänomens El Niño, das in diesem Jahr besonders heftig ausfällt. Auch in der Metropole São Paulo wurden laut Wetterdienst in den vergangenen Wochen Rekord-Regenfälle registriert. Das Wetter sei schrecklich, klagte die Verkäuferin Marina Tamires aus São Paulo: "Es gab keinen einzigen Tag ohne Regen. Der ganze September war nur Regen und noch mehr Regen. So etwas habe ich noch nie erlebt", schimpfte die 33-Jährige.
Beim natürlich auftretenden Wetterphänomen El Niño erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Üblicherweise gibt es alle zwei bis sieben Jahre einen El Niño, der dann zwischen neun und zwölf Monate andauert. Der aktuelle El Niño könnte Experten zufolge der stärkste seit Aufzeichnungsbeginn werden und nach UN-Schätzungen hunderttausende Menschenleben in aller Welt kosten.