Verirrter Bullenhai wird zum Internet-Star in Südkorea
AFP30. September 2026, 09:08 UhrUMWELT
Ein verirrter Hai ist in Südkorea zum Besuchermagneten geworden und hat sogar die Börsenkurse steigen lassen. Versuche, ihn ins Meer zurückzulotsen, scheiterten bisher.
Ein verirrter Hai ist in Südkorea zum Besuchermagneten geworden und hat sogar die Börsenkurse steigen lassen. Das 3,5 Meter lange Tier - vermutlich ein Bullenhai - war vor knapp zwei Wochen in einem Kanal in der Hafenstadt Busan aufgetaucht. Seither zieht der Hai große Menschenmengen an und wurde zum Internetstar.
Boote der Küstenwache versuchten, das Tier ins Meer zurückzulotsen - ohne Erfolg. Am Freitag soll nun einer neuer Versuch gestartet werden, den Hai zur Rückkehr ins Meer zu bewegen.
Der von seinen Fans auf den Namen Bukhangi getaufte Raubfisch kurbelte den Eisverkauf in einem nahegelegenen Geschäft an: Der Absatz von Eis am Stiel in Hai-Form stieg um beinahe 30 Prozent an. Zudem legten die Aktien der Pinkfong Company, dem Studio hinter dem bekannten Song "Baby Shark", kurzzeitig um mehr als sieben Prozent zu.
Busans Bürgermeister Chun Jae Soo bedankte sich bei dem Hai für die kostenlose Werbung für die Stadt, die sonst "Billionen" gekostet hätte. Zum Dank wurde Bukhangi zum ehrenamtlichen PR-Botschafter der Stadt ernannt.
Bullenhaie kommen normalerweise in subtropischen und tropischen Gewässern vor. Dass Haie sich in südkoreanische Gewässer wagen, sei "absolut nicht üblich", sagte Kim Jin Koo, Professor für globale Fischerei an der Nationalen Universität von Pukyong. Er vermute, dass gestiegene Wassertemperaturen rund um Südkorea dazu geführt haben könnten, dass sich der Hai näher an die Küste heranwagte.
Einige Tage nach dem Auftauchen des Bullenhais hatten die Behörden erklärt, dass ein zweiter Fisch in der Gegend gesichtet worden sei. Nutzer in Onlinediensten spekulierten, es könne sich um ein Jungtier von Bukhangi handeln. Im Internet verbreiteten sich mit KI erzeugte Bilder, die angeblich die beiden Haie zusammen zeigten. Ein Beamter in Busan sagte der Nachrichtenagentur AFP jedoch, dass seit Bukhangis Auftauchen keine weiteren Haie gesichtet worden seien.
Der verirrte Hai ist nicht das erste Tier, das in Südkorea in diesem Jahr Schlagzeilen macht: Im April war ein junger Wolf aus einem Zoo entkommen. Der Welpe Neukgu war neun Tage lang auf der Flucht, bevor er eingefangen werden konnte.