Tödlicher Bärenangriff: Regierung der Mongolei rät von Schulausflügen ab
AFP9. Oktober 2026, 13:29 UhrBRENNPUNKTE
Nach einem tödlichen Bärenangriff sollen Schulen und Kindergärten in der Mongolei vorerst keine Ausflüge mehr unternehmen. Das Bildungsministerium riet 'aufgrund von Bärensichtungen in der Nähe besiedelter Gebiete' von Ausflügen und Kassenfahrten ab.
Nach einem tödlichen Bärenangriff sollen Schulen und Kindergärten in der Mongolei vorerst keine Ausflüge mehr unternehmen. Das Bildungsministerium riet am Freitag "aufgrund von Bärensichtungen in der Nähe besiedelter Gebiete" auch von Kassenfahrten ab. "Kindern sollte es nicht gestattet werden, allein in Wald- und Berggebiete zu gehen", erklärte das Ministerium. In "Hochrisikogebieten", in denen bereits Bären gesichtet wurden, solle auf Ausflüge im Freien ganz verzichtet werden.
Am Stadtrand von Ulan Bator hatte am Mittwochabend ein Bär einen Mann getötet und eine Frau schwer verletzt. Wie die Umweltbehörde der mongolischen Hauptstadt mitteilte, griff der Bär die beiden in ihrem Haus an. 35 Förster und Polizisten rückten aus, um den Bären aufzuspüren und zu töten. Bei der Suche setzten sie auch Drohnen mit Wärmebildkameras ein.
Am Freitag gab das mongolische Umwelt- und Klimaministerium bekannt, der Bär sei nicht weit von dem Angriffsort entfernt "lokalisiert und neutralisiert worden". Ersten Erkenntnissen zufolge habe es sich um ein etwa sechs Jahre altes Männchen gehandelt, sagte der Ministeriumsvertreter Batbayar Shurenchuluun auf einer Pressekonferenz.
In der Mongolei haben gefährliche Begegnungen zwischen Bären und Menschen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Allein in Ulan Bator wurden seit Jahresbeginn 24 Bärensichtungen gemeldet, landesweit waren es 754 Sichtungen. Im gesamten Jahr 2018 waren es nur zwei gewesen, 2019 lediglich eine.
Die Behörden haben mittlerweile Genehmigungen für die Jagd auf Bären in mehreren Provinzen des dünnbesiedelten Landes erteilt und rüsten Förster mit Betäubungsgewehren aus. Im September wurde zudem das Sammeln von Nüssen und Beeren in den Bergen untersagt.