Mehlschwalbe zum Vogel des Jahres 2027 gewählt

Schwalben Bild: AFP

Mehlschwalbe zum Vogel des Jahres 2027 gewählt

Die Mehlschwalbe ist der Vogel des Jahres 2027. Bei der Publikumsabstimmung der Naturschutzorganisation Nabu und des Landesbund für Vogel- und Naturschutz stimmten 45,1 Prozent der Teilnehmer für sie, wie der Nabu mitteilte.

Die Mehlschwalbe ist der Vogel des Jahres 2027. Bei der Publikumsabstimmung der Naturschutzorganisation Nabu und des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz stimmten 45,1 Prozent der Teilnehmer für diese Vogelart, wie der Nabu am Donnerstag mitteilte. Damit rücke ein Vogel in den Mittelpunkt, der wie kaum ein anderer für das Zusammenspiel von Natur und menschlichem Lebensraum stehe. 

Die Vögel sind etwa 14 Zentimeter groß und haben einen kurzen, leicht gegabelten Schwanz. Oberseite und Flügel sind dunkel, Unterseite und Bürzel leuchten weiß wie Mehl – daher stammt der Name. Mehlschwalben brüten in Kolonien und bauen runde, nahezu geschlossene Lehmnester unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen an Gebäuden sowie in Nischen an Felswänden. Ein Nest besteht aus bis zu 1500 Lehmkügelchen, die die Schwalben in Pfützen sammeln und mit ihrem Speichel zusammenkleben. Insekten fangen sie im Flug oft in großer Höhe.

"Leider ist der neue Jahresvogel gefährdet", erklärte Nabu-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. Bis zu 770.000 Brutpaare gebe es noch in Deutschland, der Bestand gehe aber stetig zurück. Grund sind laut Rümmler vor allem die illegale Zerstörung von Nestern und Abwehrmaßnahmen an Häusern. "Moderne Architektur und die zunehmende Versiegelung machen es Schwalben oft unmöglich, ihre Nester zu bauen." Auch der Insektenschwund spielt demnach eine Rolle, da Fluginsekten die Nahrung der Mehlschwalbe sind. 

Insgesamt beteiligten sich fast 150.000 Menschen an der Abstimmung. Der neue Jahresvogel wurde laut Nabu in Abwesenheit gekürt – er überwintert derzeit Tausende Kilometer weit weg, südlich der Sahara. Erst Anfang April kommen die Mehlschwalben zurück, um zu brüten.