UN-Generalsekretär António Guterres (re.) mahnt mehr Artenschutz an Bild: AFP
UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan zieht Zwischenbilanz bei Artenschutz-Zusagen
AFP19. Oktober 2026, 11:06 UhrBRENNPUNKTE
In der armenischen Hauptstadt Eriwan hat die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt begonnen. Bei der sogenannten COP17 beraten fast 200 Staaten über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität.
In der armenischen Hauptstadt Eriwan hat am Montag die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) begonnen. Bei der sogenannten COP17 beraten Vertreter aus fast 200 Staaten zwei Wochen lang über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität, die auch für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt. Dabei wollen die bis zu 15.000 Teilnehmer zunächst eine Bilanz ihrer bisherigen Bemühungen ziehen.
"In den kommenden zwei Wochen wird unsere Aufgabe darin bestehen, Differenzen zu überwinden, einen Konsens zu erzielen und sicherzustellen, dass die COP17 zu Ergebnissen führt", erklärte der COP-Präsident und armenische Umweltminister, Hambardzum Matevosyan, bei der Eröffnung. Der Erfolg der Konferenz werde sich daran zeigen, ob es zu "konkreten Maßnahmen mit messbaren Fortschritten" komme.
Vor vier Jahren hatten sich die Länder im sogenannten Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal in Kanada auf 23 Maßnahmen verpflichtet, ähnlich dem Vorgehen beim Pariser Klimaabkommen. Damals wurde unter anderem vereinbart, bis 2030 umweltschädliche Subventionen etwa für fossile Energieträger wie Erdöl weltweit um mindestens 500 Milliarden Dollar (445 Milliarden Euro) zu verringern. In Eriwan soll nun eine Bilanz zu den Bemühungen der Länder gezogen werden.
Zu den Zielen gehören der Schutz von Land- und Meeresgebieten, der Abbau von Subventionen für naturzerstörende Aktivitäten, der Schutz indigener Gruppen sowie finanzielle Zielsetzungen. "Wir müssen ehrlich eingestehen, dass wir kollektiv noch nicht auf dem richtigen Weg sind", erklärte der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan zu den Zielsetzungen.
UN-Generalsekretär António Guterres warnte, Subventionen für fossile Energieträger kämen angesichts deren klimaschädlicher Wirkung "der Subventionierung unseres Suizids" gleich. Die internationale Gemeinschaft hinkt laut einem von Guterres vorgestellten Bericht derzeit in fast allen Punkten der Kunming-Montreal-Vereinbarung hinterher. "Wir brauchen mehr Tempo und mehr politischen Willen."
Eine zentrale Rolle in Eriwan dürften die finanziellen Zusagen der Industrieländer für weniger entwickelte Staaten spielen. Dabei dürfte vor allem die EU versuchen, China und andere große Schwellenländer verstärkt an der Finanzierung zu beteiligen.
"Milliarden Menschen, deren Leben durch die Folgen des Verlustes an Biodiversität aus den Fugen geraten ist, zählen auf die Fortschritte, die hier in den kommenden zwei Wochen erzielt werden", sagte die UN-Biodiversitätsverantwortliche und CBD-Exekutivsekretärin, Astrid Schomaker.