Honorar-Streit: Vorläufig keine bessere Versorgung für Kinder

Die medizinischen Kassenleistungen für Kinder sollen verbessert werden. Dazu gehören unter anderem eine Früherkennung von Krankheiten und Impf-Beratung. Doch die Honorarfrage ist noch nicht geklärt. Deswegen sperren sich Ärzte noch gegen eine Erweiterung der Kinder-Untersuchungen.


Die medizinischen Kassenleistungen für Kinder sollen verbessert werden. Dazu gehören unter anderem eine Früherkennung von Krankheiten und Impf-Beratung. Doch die Honorarfrage ist noch nicht geklärt. Deswegen sperren sich Ärzte noch gegen eine Erweiterung der Kinder-Untersuchungen. "Zusätzliche Untersuchungen sind noch keine Kassenleistung", sagt Hermann-Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Nach Angaben von Kahl haben sich der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) noch nicht auf die Arzthonorare für die neuen Leistungen geeinigt. Konsequenz: Obwohl die neue Bundes-Richtlinie zur Früherkennung bei Kindern am 1. September in Kraft getreten ist, werden die Ärzte die darin festgelegten verbesserten Leistungen zunächst nicht anbieten. Durch die neue Kinder-Richtlinie soll es neben der Beratung zum Impfschutz auch eine Untersuchungen zur Entwicklung der Sprache, der Fein- und Grobmotorik sowie der Sehleistung Verbesserungen geben.

Der Verband habe nun ein Rundschreiben an alle Kollegen geschickt, und darauf hingewiesen, dass sie aus juristischen Gründen mit dem Anbieten der neuen Leistungen warten müssten, bis die Honorarfrage geklärt sei. Wann es soweit sei, kann Kahl nicht sagen. "Das Einzige, was ich weiß, ist, dass das Honorar spätestens ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Richtlinie festgelegt sein muss." Eltern und Kinder müssten also möglicherweise nur zwei Wochen, vielleicht aber auch noch ein halbes Jahr warten.