Mehr als bloß Liebeskummer: Das Broken-Heart-Syndrome

Wenn es mit der Liebe nicht klappt, spricht man oft von gebrochenen Herzen. Aber das medizinische Broken-Heart-Syndrome ist ein echtes Gesundheitsrisiko. Nicht nur emotionaler, auch körperlicher Schmerz können es auslösen.


Wenn es mit der Liebe nicht klappt, spricht man oft von gebrochenen Herzen. Aber das medizinische Broken-Heart-Syndrome ist ein echtes Gesundheitsrisiko. Nicht nur emotionaler, auch körperlicher Schmerz können es auslösen. Die Symptome ähneln einem Herzinfarkt. Ein Teil des Herzens schlägt schlecht, die Patienten haben Atemnot und verspüren Schmerzen in der Brust.

Häufig sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen, die entweder emotional belastende Ereignisse hinter sich haben, oder an akuten körperlichen Beschwerden leiden. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) hat sich mit dem Broken-Heart-Syndrom, auch "Takotsubo-Kardiomyopathie" genannt, beschäftigt.

"Lange Zeit dachte man, die Erkrankung wäre harmlos, denn in der Regel hat sich die Herzfunktion nach spätestens drei Monaten wieder erholt", sagt Dr. Ibrahim El-Battrawy, Studienleiter und DZHK-Nachwuchswissenschaftler an der medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. "Doch tatsächlich können noch Monate danach ernsthafte Folgeerkrankungen auftreten, und bis zu vier Prozent der Patienten sterben sogar nach einer Takotsubo-Kardiomyopathie."

Bei der DZHK-Studie fanden die Mediziner heraus, dass schwerwiegende Komplikationen wie lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, wiederholtes Herzversagen, Schlaganfall, Herzinfarkt und rezidivierende Takotsubo-Kardiomyopathie häufiger auftreten, wenn körperlicher Stress das Broken-Heart-Syndrom auslöst.

"Unsere Studie zeigt, dass körperlicher Stress ein Risikofaktor für einen schlechten Verlauf ist und trägt dazu bei, die Gruppe der Hochrisikopatienten weiter einzugrenzen", fasst El-Battrawy zusammen. "Die Studie unterstreicht außerdem, wie wichtig es ist, die Patienten kurz- und langfristig im Auge zu behalten. Unabhängig vom Auslöser sollte man sie genauso engmaschig überwachen wie Herzinfarkt-Patienten und nach der Entlassung aus dem Krankenhaus regelmäßig untersuchen."