Schwere Kurzsichtigkeit: Therapiechance am Horizont

Patienten mit starker pathologisch voranschreitender Kurzsichtigkeit müssen sich oft mit ihrer schlechten Sicht abfinden, denn wirklich effektive Behandlungsmethoden fehlen noch. Leipziger Mediziner wollen daran etwas ändern, denn sie arbeiten an einem Eingriff, der in den kommenden Jahren einsatzbereit werden soll.


Patienten mit starker pathologisch voranschreitender Kurzsichtigkeit müssen sich oft mit ihrer schlechten Sicht abfinden, denn wirklich effektive Behandlungsmethoden fehlen noch. Leipziger Mediziner wollen daran etwas ändern, denn sie arbeiten an einem Eingriff, der in den kommenden Jahren einsatzbereit werden soll.

Dr. Mike Francke und Dr. Joanna Stachnik von der Universität Leipzig forschen mit ihrem Team an einem innovativen chirurgischen Medizinprodukt, das die sogenannte "hohe Myopie" behandelt. Bei einer Myopie dehnt sich der Augapfel über die Zeit in die Länge aus. "Wir vergleichen da gerne den Luftballon mit dem Lederfußball. Der innere Luftdruck führt beim Luftballon zu einer Ausdehnung der Ballonhülle. Der Lederfußball dagegen bleibt formstabil und wird nur praller", sagt Francke.

Bislang konnte das Leipziger Team in Tierversuchen eine Augenausdehnung mit der Behandlung von Blaulicht und dem Vitamin Riboflavin erfolgreich aufhalten, ohne dabei umliegendes Gewebe zu schädigen. Der nächste Schritt ist eine Operationstechnik, welche die Form des Auges stabilisieren soll.

"Die Entwicklung soll einen minimal invasiven Eingriff zum Ziel haben. Das stellt uns und die Hersteller vor komplexe technische Herausforderungen. Derzeit entwickeln wir unser innovatives chirurgisches Medizinprodukt, welches noch in präklinischen Untersuchungen getestet werden muss", erläutert Mike Francke. "Wir nennen es aufgrund seiner Form liebevoll den Leipziger Löffel. Des Weiteren müssen wir das Applikationsregime von Licht und Riboflavin noch optimieren."