Zecken auf dem Vormarsch

Die Klimaerwärmung bietet Zecken in Deutschland ein kuscheliges Zuhause. Darum breiten sich die kleinen Spinnentiere hierzulande immer stärker aus. Da Bisse der Parasiten zu Krankheiten führen können, raten Experten zu Vorsichtsmaßnahmen.


Die Klimaerwärmung bietet Zecken in Deutschland ein kuscheliges Zuhause. Darum breiten sich die kleinen Spinnentiere hierzulande immer stärker aus. Da Bisse der Parasiten zu Krankheiten führen können, raten Experten des Versicherers ARAG zu Vorsichtsmaßnahmen. Zecken bevorzugen Waldränder und Waldlichtungen in Laub- und Mischwäldern; ebenfalls beliebt sind Bachränder sowie Gebüsche und hohe Gräser an Wegrändern. Die Experten raten daher besonders Spaziergängern zur Vorsicht.

Die übertragbaren Krankheiten sind vielfältig. Am häufigsten tritt die Lyme-Borreliose auf. Zecken übertragen das Bakterium während des Blutsaugens nach einigen Stunden auf den Menschen. Deswegen kann durch ein schnelles Entfernen der Zecke unmittelbar nach dem Einstich eine Infektion meistens vermieden werden. Eine direkte Übertragung der Borrelien von Mensch zu Mensch gilt als unbekannt. Jährlich erkranken in Deutschland schätzungsweise zwischen 50.000 und 70.000 Menschen an einer Borreliose.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die leider nicht nur im Frühsommer auftreten kann, ist eine Viruserkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Meningoenzephalitis, der Entzündung des Gehirns, einhergeht. Da es sich um ein Virus handelt, lässt sich die Grunderkrankung nicht mit Antibiotika heilen, es ist nur möglich, einzelne Symptome zu lindern. Das macht FSME so gefährlich. Experten weisen darauf hin, dass im Gegensatz zur Borreliose für die FSME flächenhafte Endemiegebiete abgegrenzt werden können. Die Zahl der Risikoregionen in Deutschland hat seit 2001 allerdings stetig zugenommen. Und es kommen weitere hinzu - darunter Norddeutschland und Brandenburg.

Schutzmaßnahmen: Der Aufenthalt im hohen Gras oder Unterholz sollte vermieden werden. Wer beim Waldspaziergang Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen trägt, bietet den Parasiten wenig Angriffsfläche. Helle Kleidung ist dabei günstiger als dunkle, denn die Zecken kann man gut darauf erkennen und noch vor einem Stich entfernen. Insektenabweisende Mittel helfen zumindest eine Weile, stellen aber keinesfalls einen sicheren Schutz vor Zecken dar. Gegen Borreliose gibt es keine zuverlässige Impfung, wohl aber gegen FSME. Die FSME-Impfung empfehlen die Experten all denjenigen, die in einem Risikogebiet leben oder dorthin reisen und Zecken ausgesetzt sind.