Pilotprojekt für barrierefreien Notruf gestartet

Barrierefreiheit ist für Menschen mit einer Behinderung ein zentraler Faktor im Alltag. Das fängt bei Rampen für öffentliche Gebäude oder Bahnhöfe an, endet dort aber bei weitem nicht. Jetzt ist in Brandenburg an der Havel ein Pilotprojekt gestartet, das einen barrierefreien Notruf zum Beispiel für Gehörlose und Blinde möglich machen soll: das NotrufPlus-System.


Barrierefreiheit ist für Menschen mit einer Behinderung ein zentraler Faktor im Alltag. Das fängt bei Rampen für öffentliche Gebäude oder Bahnhöfe an, endet dort aber bei weitem nicht. Jetzt ist in Brandenburg an der Havel ein Pilotprojekt gestartet, das einen barrierefreien Notruf zum Beispiel für Gehörlose und Blinde möglich machen soll: das "NotrufPlus"-System.

Bisher konnte laut der Technischen Hochschule Brandenburg die Rettungsleitstelle in Brandenburg an der Havel - wie auch in den anderen Notrufleitstellen in Deutschland - lediglich ein Notfall-Fax oder in Ausnahmefällen eine SMS empfangen. Ein Dialog mit der notrufenden Person war so nicht möglich.

Das soll sich durch NotrufPlus ändern, zunächst in Brandenburg - bei erfolgreichem Text aber ziemlich sicher auch in weiteren Teilen Deutschlands. Das System besteht aus der jetzt gestarteten kostenlosen NotrufPlus-App (iOS/Android) und dem entsprechenden Kommunikations-System in der Leitstelle.

Dabei werden mittels Internetkommunikation Informationen, wie der aktuelle - per GPS ermittelte - Standort und vorher im Smartphone gespeicherte Nutzerdaten an die Leitstelle des Notrufenden direkt übermittelt. Weiterer Vorteil: Über eine integrierte Chat-Funktion können Informationen ausgetauscht werden.

Das NotrufPlus-System wurde von der Technischen Hochschule Brandenburg in Kooperation mit der BürgerServiceNetz UG und dem BürgerServiceNetz e.V. entwickelt. Der Pilotbetrieb wird im Zusammenwirken mit der Berufsfeuerwehr Brandenburg an der Havel und den Mitgliedern des Behindertenbeirates der Stadt Brandenburg an der Havel organisiert und soll über sechs bis zwölf Monate laufen. Nach einem erfolgreichen Pilotbetrieb ist vorgesehen, NotrufPlus künftig für alle Bürger der Stadt verfügbar zu machen - und hoffentlich auch weit über die Stadtgrenzen hinaus wirken.