Kinder sind keine Arzneimittel-Boten

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände schlägt Alarm und warnt davor, Kinder als Arzneimittel-Boten einzusetzen - aus aktuellem Anlass. Denn kürzlich habe ein Paketbote eine Arzneimittelsendung einem Neunjährigen überreicht. Und das sei aus mehreren Gründen bedenklich.


Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) schlägt Alarm und warnt davor, Kinder als Arzneimittel-Boten einzusetzen - aus aktuellem Anlass. Denn kürzlich habe ein Paketbote eine Arzneimittelsendung einem Neunjährigen überreicht. Und das sei aus mehreren Gründen bedenklich, auch wenn es nicht grundsätzlich gegen das Gesetz verstößt. Und warum?

Zum einen sind auch vermeintlich 'harmlose' rezeptfreie Medikamente keinesfalls ungefährlich. Bei falscher Anwendung können sie der Gesundheit schaden, zudem werden Arzneien laut dem ABDA zuweilen von Jugendlichen absichtlich missbraucht. Ein weiterer Grund sei, dass der Apotheker den Patienten nicht optimal beraten kann: "Kinder können beispielsweise Einnahmehinweise nicht verstehen und deshalb auch nicht übermitteln", sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. Auch müsse bei einer Medikation geklärt werden, ob der Patient noch andere Mittel einnimmt, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Und das könne er nur mit einen Erwachsenen verlässlich besprechen.

Grundsätzlich geben Apotheker laut Benkert Kindern Medikamente nur unter Vorbehalt mit. Er empfiehlt Eltern deshalb, nur Erwachsene als Boten in eine Apotheke schicken. Ist das nicht möglich, können Patienten über die Apotheke einen Botendienst bestellen. Bei dringend benötigten Medikamenten liefert die Apotheke umgehend bis an die Haustür. Täglich leisten die etwa 20.000 Apotheken 250.000 solcher Botendienste.