Steve Schmit/mp24. Oktober 2017, 15:15 UhrGESUNDHEIT
Trauer ist normal und gesund. Doch wenn auch lange nach einem bewegenden Ereignis keine Besserung eintritt, könnte eine anhaltende Trauerstörung vorliegen. In diesen Fällen kann eine Psychotherapie helfen.
Trauer ist normal und gesund. Doch wenn auch lange nach einem bewegenden Ereignis keine Besserung eintritt, könnte eine anhaltende Trauerstörung vorliegen. In diesen Fällen kann eine Psychotherapie helfen. Die Philipps-Universität Marburg beteiligt sich dazu an der bundesweiten Studie "Prolonged Grief Disorder (PROGRID)" und bietet in diesem Zusammenhang in ihrer Psychotherapie-Ambulanz eine Betreuung an.
Nach dem Tod nahestehender Menschen ist Trauer normal, erklärt die Marburger Psychotherapeutin Dr. Bettina Doering. "Bei den meisten Betroffenen lässt die Trauer innerhalb der ersten sechs Monate nach. Auch wenn sie gelegentlich wieder zunehmen kann, etwa an Jahrestagen." Von einer anhaltenden Trauerstörung sprechen die Experten, wenn das Empfinden auch lange nach dem Verlust noch intensiv ist. Etwa fünf Prozent der Trauernden leiden unter solchen klinisch bedeutsamen Beeinträchtigungen.
"Für die Behandlung einer anhaltenden Trauerstörung gibt es verschiedene Ansätze. Verhaltenstherapeutische Verfahren haben sich in der Behandlung anderer psychischer Probleme bereits bewährt - neu ist die Anpassung für trauernde Patienten," sagt die Psychotherapeutin. Um die Therapie auf die Patienten abzustimmen, vergleichen die Mitarbeiter der Psychotherapie-Ambulanz für die Progrid-Studie in den kommenden Jahren zwei Behandlungsweisen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung.