Mirko Stepan/mp29. April 2019, 17:37 UhrGESUNDHEIT
Ob Zucker oder Opium - ab dem 17. Jahrhundert kamen berauschende Mittel nach Europa, die zum Teil aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Ein länderübergreifendes Forschungsprojekt geht auf Spurensuche.
Ob Zucker oder Opium - ab dem 17. Jahrhundert kamen berauschende Mittel nach Europa, die zum Teil aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Ein länderübergreifendes Forschungsprojekt geht auf Spurensuche.
Unter dem Titel "Intoxicating Spaces" analysieren Historiker der Universitäten Oldenburg, Sheffield (Großbritannien), Utrecht (Niederlande) und Stockholm (Schweden), welche Folgen die ab dem 17. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts aus Übersee eingeführten Rausch- und Genussmittel auf den öffentlichen Raum in Hamburg, Amsterdam, London und Stockholm hatten.
Das Oldenburger Forschungsvorhaben nimmt die Hansestadt Hamburg ins Visier. Mithilfe historischer Unterlagen wie Zollbüchern, Warenlisten oder Gerichtsakten untersuchen die Wissenschaftler die Auswirkungen der plötzlich erhältlichen Rauschmittel für die Stadt. Dabei geht es keineswegs um Substanzen, die heute illegal sind: auch Kaffee, Tee, Tabak und eben Zucker stehen auf der Liste, untersucht wird beispielsweise, wie Kaffeehäuser entstanden sind.
"Wir wollen herausfinden, welche weiteren Räume entstanden, und welche gesellschaftlichen und politischen Folgen diese neuen Genussräume mit sich brachten und wie sich der Umgang mit den Rauschmitteln im Laufe der Zeit veränderte", erläutert Prof. Dr. Dagmar Freist, die für die Oldenburger Forschungen verantwortlich ist.