In umweltfreundliche ETFs investieren

Die Finanzbranche gilt nicht gerade als bester Freund von Umweltaktivisten. Kein Wunder, denn die Themen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit werden von vielen Playern der Branche immer noch sträflich vernachlässigt. Die Aussicht auf hohe Gewinne setzt dabei alle Umweltbedenken schnell außer Kraft. Doch es wäre ungerecht, die ganze Finanzbranche pauschal zu verurteilen. Mittlerweile gibt es nämlich auch ein großes Angebot an umweltfreundlichen ETFs, die für alle Anleger offenstehen.

Was ist ein ETF?

Das Kürzel steht für „Exchange Traded Fund“ und bedeutet so viel wie börsengehandelter Fonds. Im Gegensatz zu einem normalen Investmentfonds können ETFs wie einzelne Aktien an der Börse gekauft und verkauft werden. Deshalb gilt der Handel mit ETFs als transparent und flexibel.

Die wichtigste Eigenschaft eines ETF ist jedoch, dass dieser meistens einen kompletten Index wie beispielsweise den DAX oder den Dow Jones nachbildet. Da die ETFs im Gegensatz zu Investmentfonds nicht aktiv geführt werden, sind die Gebühren im Vergleich zu einem aktiven Fonds jedoch sehr niedrig.

Wie kommt ein umweltfreundlicher ETF zustande?

Für die Finanzbranche ist die Zusammenstellung eines umweltfreundlichen ETFs keine einfache Angelegenheit. Denn in den ETFs finden sich oft hunderte bis tausende von unterschiedlichen Unternehmen. Da ist es schwierig, jedem einzelnen genau auf die Finger zu schauen und alle Aktivitäten im Unternehmen genau zu beobachten.

Deshalb arbeiten die meisten Anbieter nach dem Ausschlussverfahren. Das heißt, sie schließen bestimmte Unternehmen, Produzenten oder ganze Industriezweige, die die Umwelt bekanntermaßen stark belasten, einfach ganz aus.

Häufig wird ein Umwelt-ETF auch als Klon eines bestehenden ETFs gegründet und in weiterer Folge Firmen, die die festgelegten Umwelt- und Nachhaltigkeitsregeln nicht einhalten, aussortiert. Vor allem die folgenden Geschäftsfelder stehen dabei bei vielen Anbietern auf dem Index:

• Atomenergie
• Kraftwerkskohle
• Rüstungsindustrie
• Zivile Feuerwaffen
• Alkohol
• Tabak
• Glücksspiel
• Pornografie
• Kinderarbeit

Es ist ersichtlich, dass es nicht bei allen Faktoren nur um die Umwelt geht. Deshalb werben die meisten Anbieter auch nicht damit, dass ihre ETFs besonders umweltfreundlich sind, sondern sie werden in erster Linie als nachhaltig beziehungsweise international als „sustainable“ bezeichnet.

Welche umweltfreundlichen ETFs gibt es?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an ETFs, die sich das Thema Umweltfreundlichkeit oder Nachhaltigkeit auf die eigenen Fahnen heften.
Zu den bekanntesten davon gehören unter anderem die folgenden ETFs (Beim ISIN handelt es sich um die Wertpapierkennnummer, unter der die jeweiligen ETFs sehr einfach auffindbar sind):

• iShares MSCI World SRI UCITS ETF EUR (ISIN: IE00BYX2JD69)
• VanEck Vectors™ Sustainable World Equal Weight ETF (ISIN: NL0010408704)
• BNPP Easy MSCI World SRI S-Srs 5% Cap ETF EUR (ISIN: LU1615092217)
• UBS ETF MSCI World Socially Resp UCITS (USD) Ad (ISIN: LU0629459743)
• UBS ETF plc-MSCI ACWI ESG Univ UCI ETF(EURh) Aa (ISIN: IE00BDQZN337)

Bieten umweltfreundliche ETFs eine gute Rendite?

Auch wenn viele Banker gute Absichten haben und ihnen die Themen Nachhaltigkeit und Umwelt am Herzen liegen mögen, handeln sie nicht nur aus reiner Nächstenliebe. Oberste Priorität hat für die meisten immer noch die Wirtschaftlichkeit.

Durch die öffentliche Wahrnehmung von Klima- und Umweltthemen, vor allem auch ausgelöst durch die Fridays-for-Future-Bewegung, ist auch die Nachfrage bei Kunden nach entsprechenden ETF-Produkten gestiegen. Und mittlerweile hat sich auch rumgesprochen, dass sich mit den nachhaltigen Produkten auch ordentlich Geld verdienen lässt.

Laut den Aussagen der internationalen Finanzmarktforschung gibt es hinsichtlich Rendite keine nennenswerten Unterschiede zwischen den herkömmlichen und den umweltfreundlichen ETFs. Anders ausgedrückt: Obwohl viele Investoren dazu bereit wären, im Sinne der Umwelt auf den ein oder anderen Prozentpunkt bei der Rendite zu verzichten, müssen sie das in der Praxis gar nicht.

Das zeigen auch die ETFs aus unseren Beispielen. Der Kurs des iShares MSCI World SRI UCITS ETF EUR ist in den Jahren von 2019 bis 2021 um nahezu 60 Prozent angestiegen. Und auch der VanEck Vectors™ Sustainable World Equal Weight ETF bringt es in diesem Zeitraum auf eine Steigerung von über 15 Prozent.

Für eine gute Rendite sind auch ETF Small Caps sinnvoll. Denn diese investieren in der Regel in kleinere Unternehmen, die am Markt noch nicht so bekannt sind. Gerade diese haben jedoch für die Umwelt wesentlich mehr übrig als die großen Player am Markt.

Vor allem befinden sich zahlreiche Unternehmen darunter, deren konkreter Unternehmensgegenstand es ist, die Umweltbedingungen des Planeten zu verbessern. Beispielsweise, indem sie sich auf die Entwicklung von alternativen Antriebsarten konzentrieren oder Projekte verfolgen, die sich primär mit erneuerbaren Energien beschäftigen.