E-Autofahrer sehen Ladesituation kritisch

mid Groß-Gerau - Umfrage: Die Autofahrer wünschen sich einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur. Pixabay

E-Autofahrer sehen Ladesituation kritisch

Wie sehen Elektroauto-Fahrer die Ladesituation in Deutschland? Dieser Frage ging der ADAC nach. Das Ergebnis: Fast 40 Prozent sind mit der Ladesituation auf Langstrecken nicht besonders zufrieden. Danach wünschen sich die Befragten unter anderem einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur, eine Vereinfachung der Abläufe, verlässlichere Ladesäulen sowie günstigere Preise und schnelleres Laden.


Wie sehen Elektroauto-Fahrer die Ladesituation in Deutschland? Dieser Frage ging der ADAC nach. Das Ergebnis: Fast 40 Prozent sind mit der Ladesituation auf Langstrecken nicht besonders zufrieden. Danach wünschen sich die Befragten unter anderem einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur, eine Vereinfachung der Abläufe, verlässlichere Ladesäulen sowie günstigere Preise und schnelleres Laden. 400 E-Autofahrer wurden vom ADAC befragt.

Interessant: Sorge, die nächste Schnellladestation nicht rechtzeitig zu erreichen, haben hingegen nur wenige Elektroauto-Fahrer (23 Prozent). Reichweitenangst treibt also scheinbar vor allem diejenigen um, die noch kein E-Auto besitzen.
Kritisiert wurden von den Befragten auch die Preise. 27 Prozent gaben an, dass sie die Preise pro Ladevorgang nicht angemessen finden, zwei Drittel befürchten sogar, dass das Laden zukünftig noch teurer wird. Auch bei der Handhabung der Zahlungsvorgänge gibt es Verbesserungsbedarf: Ad-hoc-Bezahlen mit gängigen Giro-, Debit- oder Kreditkarten via Kartenlesegerät würde für 67 Prozent den Bezahlvorgang erleichtern. Neue öffentliche Ladesäulen müssen nach der neuen Ladesäulenverordnung nun ab Mitte 2023 mit Lesegeräten für Debit- und Kreditkarten ausgestattet sein.

Auch die Preisgestaltung an den Schnellladesäulen sehen Nutzer ebenso wie der ADAC kritisch. "Elektroautofahrer können an Ladesäulen oft nicht erkennen, welche Preise tatsächlich abgerechnet werden, und teilweise sind die Preise für das Ad-hoc-Laden doppelt so hoch wie die für Vertragskunden", sagt ADAC Technikpräsident Karsten Schulze. Kunden können angesichts der Preisunterschiede und Unübersichtlichkeit der Tarife die Kosten für einen Ladevorgang nicht kalkulieren. Laut ADAC Umfrage halten nur 38 Prozent der Befragten die Information über anfallende Kosten beim Ad-hoc-Laden für ausreichend.

Probleme mit dem Auffinden von Schnellladesäulen hatte bereits ein Drittel der Befragten: Defekte Ladesäulen, unzureichende Beschilderungen oder eine schlechte Erkennbarkeit sind dafür meist die Gründe. 32 Prozent gaben an, dass Ladeversuche manchmal oder sogar häufiger scheitern. Sie machen dafür unter anderem nicht betriebsbereite Ladesäulen und Probleme bei der Freischaltung verantwortlich oder geben an, dass Ladekarten oder -Apps nicht akzeptiert wurden. Besonders ärgerlich für viele Befragte sind darüber hinaus Autofahrer, die nach dem Laden die Säule nicht zügig wieder frei machen: Fast drei Viertel gaben an, eine Blockiergebühr zu befürworten, wenn ein E-Auto auf Langstrecken den Ladeplatz über das Laden hinaus belegt.