Mit dem Anstieg der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist der Bedarf an entsprechenden Batterien und Batteriemetallen, wie Kobalt und Lithium, dramatisch gestiegen. Können wir jedoch weltweit mit dieser steigenden Batteriemetallnachfrage Schritt halten und gleichzeitig die Recyclingeffizienz verbessern?
Eine gute Frage, aber es gibt keine einfache Antwort. Nicht nur, weil die Recyclingquoten von Elektroschrott generell zu wünschen übrig lassen. Insbesondere Batteriemetalle stellen bei unsachgemäßer Handhabung ein ernstes Gesundheitsrisiko dar.
Der Lithium-Rausch
Lithium-Ionen-Batterien werden in den meisten Elektrofahrzeugen sowie in nahezu allen mobilen Elektrogeräten verwendet. Wie der Name schon sagt, basieren diese auf Metallen wie Lithium und Kobalt. Lithium-Ionen-Batterien können eine schwere Brandgefahr darstellen, wenn sie nicht ordnungsgemäß recycelt werden. Längere Exposition gegenüber Metallen wie Kobalt hingegen kann im Laufe der Zeit auch den menschlichen Körper schädigen. Es wird also ein rigoroses und hochmodernes Recycling von Lithium-Ionen-Batterien und Akkus benötigt, um mit dieser Substanz umzugehen und ihren Nutzen zu verlängern. Denn Lithium ist – genau wie Öl – eine begrenzte Ressource.
Umweltrisiken durch schlechte Entsorgung
Wenn Lithium-Ionen-Batterien nicht angemessen recycelt werden, wie es in vielen ärmeren Ländern der Fall sein kann, in die Elektroschrott oft verkauft wird, landen sie an Orten wie Deponien. Hier steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie zerquetscht oder beschädigt werden. Das wiederum macht es immer wahrscheinlicher, dass die Substanzen in den Batterien in den Boden oder gar in die Wasserversorgung eines Gebiets gelangen. Dies stellt ein sehr reales und folgenreiches Risiko dar. Da die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und den Batterien, die sie antreiben, steigt, ist es wichtig, dass wir die richtigen Batterierecyclingstandards nicht vernachlässigen. Leider ist es unwahrscheinlich, dass die globalen Recyclingbemühungen mit dem zu erwartenden Zustrom von Elektroauto-Batterien Schritt halten können. Es sei denn, sie werden maßgeblich ausgebaut. Und das ist nicht nur eine Frage des guten Willens.
Wachsende Nachfrage
In der EU erwägt der Gesetzgeber die Umsetzung einer Reihe von Vorschriften im Zusammenhang mit der Entsorgung von Elektrofahrzeugbatterien. Diese Regeln würden erfordern, dass 70% jeder einzelnen Elektroauto-Batterie recycelt werden. Sie würden auch vorschreiben, dass alle Metalle in der Batterie bei der Entsorgung zurückgewonnen werden müssen (soweit dies möglich ist). Bisher sind sowohl Hersteller als auch Recyclingunternehmen mit diesen Vorschlägen einverstanden, die wahrscheinlich bis Ende des Jahres verabschiedet werden. Europa hat in letzter Zeit einen deutlichen Schub in der Nachfrage für Elektrofahrzeuge erlebt. Dies führte zu einer steigenden Nachfrage nach Kobalt und Lithium in der gesamten EU. Tatsächlich prognostizieren Experten, dass die Lithium-Nachfrage (weltweit) bis 2030 drei bis vier Millionen Tonnen erreichen wird. Insbesondere, da der Bedarf an Elektronik weltweit steigt – auch ohne Elektroautos.
Weiter nutzen statt entsorgen?
Bis 2040 werden Elektrofahrzeuge voraussichtlich 70% aller Fahrzeuge in Europa ausmachen. Es gibt jedoch noch keine standardisierte Methode für das Recycling von deren Batterien. Darüber hinaus hat sich das Recycling von Elektroauto-Batterien als schwieriger Prozess erwiesen. Eine vorgeschlagene Methode würde beispielsweise Lithium-Ionen-Batterien in Öfen bei hohen Temperaturen schmelzen. Leider könnte dieser Prozess dazu führen, dass schädliche Gase entstehen. Eine andere Technik würde jede Komponente der Batterien entfernen und sie entsprechend trennen. Die Methode hat sich jedoch aufgrund des Zeitaufwands noch nicht durchgesetzt. Glücklicherweise werden laufend weitere mögliche Lösungen konzipiert. Zum Beispiel könnten recycelte Lithium-Ionen-Batteriematerialien wiederverwendet werden, um die häusliche Energiespeicherung zu unterstützen. So würden alte Batterien Teil einer größeren globalen Verschiebung hin zu autarken Häusern werden.