Ökostrom - kommt grüner Strom bei mir aus der Steckdose?

Das Jahr 2022 hat eindeutig demonstriert, wie wichtig das Thema erneuerbare Energien ist. Der Krieg in der Ukraine hat eine Energiekrise und Inflationswelle ausgelöst, die intensiven Hitzewellen im Sommer haben die Pegelstände so weit sinken lassen, dass fossile Brennstoffe und anderes Massengut wie Stahl, Erze und Baustoffe nicht mehr per Binnenschifffahrt transportiert werden konnten, ein Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines hat bis dahin wichtige Transportstrukturen zerstört. Immer mehr Menschen wollen deshalb zu den Erneuerbaren wechseln und Ökostrom (EEG-Strom) beziehen. Aber was kommt dann aus der Steckdose? Und hat Ökostrom wirklich immer einen Klimanutzen?

Deutschland bei Energie bisher stark vom Import abhängig

Das Umweltbundesamt schreibt, Deutschland sei ein rohstoffarmes Land und importiere rund 70 Prozent der Endenergie in Form unterschiedlicher Energieträger. Bisher war diese Importabhängigkeit nur für Teile der Politik und Gesellschaft ein Problem. Die Mehrheit argumentierte, dass der Import von Gas, Öl und Kohle preiswert und sicher sei. Tatsächlich war die importierte Energie so billig, dass erneuerbare Lösungen kaum eine Chance hatten. Deshalb gab es nur wenige echte Ökostrom-Anbieter, wie ein Ökostrom Vergleich zeigt. Bei der Sicherheit hat sich das Gegenteil bestätigt: Es ist gefährlich, wenn die Energieversorgung am Import aus wenigen Ländern hängt.

Dass erneuerbare Energien wie Biogas, Fotovoltaik, Solar und Wind- oder Wasserkraft im eigenen Land zu fördern sinnvoll ist, lässt sich nach den Ereignissen des Jahres 2022 kaum noch bestreiten. Immer mehr Verbraucher wollen deshalb selbst zu Ökostrom wechseln. Häufig kommen dabei Fragen auf: Kommt anderer Strom aus der Steckdose? Sind alle Ökostromtarife gleich gut?

Antworten auf häufige Fragen rund um Ökostrom

Viele Verbraucher haben Interesse an Ökostrom - aber auch Fragen. Hier sind Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Ökostrom.

Kommt anderer Strom aus der Steckdose, wenn man Ökostrom bezieht oder was ist der Unterschied zwischen konventionellem Strom und Ökostrom?

Physikalisch betrachtet ist Strom gleich Strom, unabhängig davon, ob es sich um Ökostrom oder konventionellen Strom handelt. Beide Stromarten laufen auch über das gleiche Stromnetz. Der Unterschied zwischen Ökostrom und konventionellem Strom besteht allerdings darin, woraus der Strom produziert wurde. EEG-Strom wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt. Konventioneller Strom stammt aus fossilen Brennstoffen oder Kernkraftwerken, für die Uran-Kernbrennstäbe aus dem Ausland importiert werden müssen.

Ist Ökostrom gleich Ökostrom oder gibt es Unterschiede zwischen Ökostromtarifen?

Ökostrom muss aus erneuerbaren Quellen stammen, also etwa aus Biogas-, Fotovoltaik-, Solarstromanlagen beziehungsweise aus Wasser- oder Windkraftwerken. Davon gibt es in Deutschland bisher nicht sehr viele. Anbieter müssen für den Ökostrom, den sie verkaufen, sogenannte Herkunftsnachweise kaufen - oft aus dem Ausland. Der physikalische Strom stammt dann weiterhin aus einem Energiewerk in der Nähe. Es ist also eine Art Umetikettierung. Weniger verbreitet sind sogenannte Regionalnachweise, die im Umkreis von 50 km Strom "aus der Region" kennzeichnen sollen. Aber nicht jeder Tarif ist gleich gut.

Es gibt einen ziemlich großen Unterschied zwischen Ökostromtarifen. Während einige Anbieter die Profite einstecken oder sich mit dem Geld an Atomkraft-, Braunkohle- oder Steinkohlewerken beteiligen, investieren andere Anbieter bewusst in den Ausbau von erneuerbaren Energien. Nur die letztgenannten Ökotarife haben einen Klimanutzen und helfen bei der Energiewende. Welche Tarife oder Anbieter das machen, lässt sich bei einem Ökostrom Vergleich am besten herausfinden. Es gibt auch Ökostromlabel wie das ok-Power-Label oder das Grüner-Strom-Label, die bei der Auswahl helfen können.