Holger Holzer/SP-X27. Februar 2025, 15:24 UhrVERKEHR
Scenic stand beim Renault lange für praktische Familien-Vans. Die Neuauflage wird der Tradition trotz geändertem Fahrzeugkonzepts weitgehend gerecht, außer beim Preis. Der ist fair – aber hoch. Â
Die Bedienung stimmt ebenfalls, wenn man sich auf ein markentypische Eigenheiten wie die Fahrstufenwahl über einen Lenkstockhebel oder den Bediensatelliten hinterm Lenkrad gewöhnt hat. Hilfreich ist dabei das auf Android-Software basierende Infotainmentsystem, das neben Google Maps auch die Sprachbedienung des IT-Giganten nutzt. Die Routenplanung berücksichtigt dynamisch nötige Ladestopps und weiß auch, ob die Säule aktuell frei oder belegt ist. Es lohnt sich, die Wegfindung auch auf bekannter Strecke häufig aktiv zu haben, da Renault die Akku-Vorkonditionierung an die Navigation koppelt. Wird eine Lademöglichkeit angefahren, heizt beziehungsweise kühlt das Batteriemanagement den Speicher auf optimale Aufnahme-Temperatur. Â
Gut gelungen ist das Fahrwerk, das gut zu dem geräumigen Familienauto passt. Insgesamt ausgewogen, überzeugt es vor allem bei niedrigem Tempo in der Stadt mit gutem Fahrkomfort: Wo viele Konkurrenten etwas holprig und steifbeinig wirken, siebt es auch gröbere Unebenheiten gut aus. Auch im Reisemodus auf Autobahn und Landstraße gleitet der Renault sanft und souverän daher, der leise Elektroantrieb und geringe Windgeräusche unterstreichen diesen entspannten Eindruck noch. Sportliche Ambitionen verkneift sich der Franzose aber und quittiert etwa engere und schnellere Kurven mit spürbarer Bewegung in der Karosserie. Das heißt nicht, dass er nicht kraftvoll könnte: Den flotten Antritt und vehementes Beschleunigen schüttelt der 160 kW/220 PS starke Motor locker aus dem Ärmel, verzichtet dabei auf die Explosivität, die einige Konkurrenten in ihre E-Maschinen programmieren. Auch hier bleibt er ganz Familienauto. Â
Nicht ganz so familienfreundlich sind die Preise. Knapp 49.000 Euro muss man in die Ausführung mit großer Batterie investieren, in einer höheren Ausstattungslinien und mit ein paar weiteren Extras an Bord kratzt man fast an der 60.000-Euro-Grenze. Die Technik- und Designoptionen können für sich genommen dabei durchaus punkten – etwa das elektrisch abtönende Panorama-Glasdach oder die Matrix-LED-Lichter. Wer trotzdem nicht so viel ausgeben möchte, wählt einer der Basisvariante mit kleinerem Akku sowie geringerer Reichweite und ist dann ab rund 41.400 Euro dabei. Â
Technische Daten - Renault Scenic E-Tech 220 Long Range:
Crossover der Kompaktklasse mit fünf Sitzen; Länge: 4,47 m, Breite: 1,86 m, inkl. Außenspiegel 2,09 m, Höhe: 1,57 Meter. Radstand: 2,79 m, Kofferraum-Volumen: 545 - 1.670 Liter. Â
Elektromotor mit 160 kW/218 PS, maximales Drehmoment 300 Nm, Batterie: 87 kWh, Reichweite: 611 km, Ladeleistung: 22 kW (AC) 150 kW (DC), Frontantrieb, 0 – 100 km/h 7,9 Sek., Vmax: 170 km/h, Stromverbrauch (WLTP): 17,2 kWh/100 km, Testverbrauch: 20,5 kWh/100 Kilometer, CO2-Emission: 0 g/km,   Preis: ab 48.900 Euro