Ansturm auf Banken nach Unglück von Geld-Transportflugzeug in Bolivien

Warteschlange vor der Zentralbank in La Paz Bild: AFP

Ansturm auf Banken nach Unglück von Geld-Transportflugzeug in Bolivien

Nach dem Unglück eines mit Geldscheinen beladenen Militärflugzeugs in Bolivien haben sich vor den Banken des Landes lange Schlangen von Menschen gebildet, die eine Entwertung ihrer Banknoten fürchten.

Nach dem Unglück eines mit Geldscheinen beladenen Militärflugzeugs in Bolivien haben sich vor den Banken des Landes lange Schlangen von Menschen gebildet, die eine Entwertung ihrer Banknoten fürchten. Tausende Menschen standen am Dienstag (Ortszeit) vor den bolivianischen Banken Schlange, um ihr Bargeld umzutauschen, wie AFP-Reporter berichteten.

Am Freitag war ein mit Banknoten im Wert von umgerechnet rund 53 Millionen Euro beladenes Transportflugzeug am Flughafen von El Alto verunglückt, 24 Insassen kamen ums Leben. Nach dem Unglück waren Menschen zu dem Wrack gestürmt und hatten herum liegende Geldscheinen gestohlen. Die bolivianische Zentralbank hatte daraufhin alle Geldscheine der entsprechenden Serie - deren Seriennummer den Buchstaben B enthält - für ungültig erklärt.

Allerdings gingen zahlreiche Geschäfte seitdem dazu über, gar keine Geldscheine mit einem B in der Seriennummer mehr zu akzeptieren, selbst wenn sie aus anderen Serien stammen. Daher drängten die Menschen nun zu den Banken, um ihr legal erhaltenes Bargeld gegen andere Scheine ohne den Buchstaben B einzutauschen.

"Beim Bäcker wollten sie meinen Geldschein nicht annehmen", berichtete der 77-jährige Rentner Serapio Mayta, der vor der Zentralbank in La Paz mehr als zwei Stunden lang in der Schlange wartete, um sein Geld einzutauschen. Auch die 78 Jahre alte Hausfrau Blanca Molina machte sich Sorgen um ihre Ersparnisse.

Zentralbankchef David Espinoza rief die Einzelhändler auf, nicht für ungültig erklärte Geldscheine mit B-Seriennummer zu akzeptieren. Bei der Bevölkerung bat er um Verständnis für die Ungültigmachung der gestohlenen Banknoten.