Mindestens 66 Tote bei Absturz von Militärflugzeug in Kolumbien

Absturzstelle Bild: AFP

Mindestens 66 Tote bei Absturz von Militärflugzeug in Kolumbien

Beim Absturz eines Militärflugzeugs mit 125 Menschen an Bord sind in Kolumbien mindestens 66 Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen wurden bei dem Absturz nahe der Grenze zu Peru und Ecuador verletzt. Die Absturzursache war zunächst unbekannt.

Beim Absturz eines Militärflugzeugs mit 125 Menschen an Bord sind in Kolumbien mindestens 66 Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen wurden bei dem Absturz am Montag im Südwesten des Landes nahe der Grenze zu Peru und Ecuador verletzt, wie ein Vertreter der Regionalregierung, Carlos Claros, sagte. Die Absturzursache war zunächst unklar.

Bei den Toten handelte es sich nach Angaben aus Militärkreisen um 58 Soldaten, sechs Mitglieder der Luftwaffe und zwei Polizisten. "Wir haben 81 Verletzte", sagte Claros. Die Behörden würden alles in ihrer Macht stehende tun, um die verletzten Soldaten zu bergen. Nach Angaben des Luftwaffenchefs Carlos Fernando Silva Rueda waren 114 Soldaten und elf Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugs.

Verteidigungsminister Pedro Sánchez teilte in "tiefer Trauer" mit, dass die Transportmaschine vom Typ Herkules C-130 verunglückt sei. Sie stürzte am Montag gegen 10.00 Uhr (Ortszeit, 16.00 Uhr MEZ) kurz nach dem Start in Puerto Leguízamo ab. Sánchez sprach von einem "zutiefst schmerzlichen Ereignis" für Kolumbien. 

Die Ursachen des Absturzes seien noch nicht bestätigt, doch es gebe "keine Hinweise auf einen Angriff durch illegale Akteure", erklärte Sánchez. In der Grenzregion kämpfen die kolumbianische und die ecuadorianische Armee gegen Drogenkartelle und Milizen. In den vergangenen Wochen hatte es eine hohe Militäraktivität und Bombenangriffe in dem Gebiet gegeben. 

Im Onlinedienst X erklärte der Verteidigungsminister später, "durch den Brand des Flugzeugs" sei "ein Teil der von den Soldaten transportierten Munition explodiert". Dies entspreche "dem, was in einigen Videos zu hören ist, die in Online-Netzwerken kursieren".

Auf Fotos der Nachrichtenagentur AFP waren die Trümmer des ausgebrannten Flugzeugs in einem Waldgebiet zu sehen. Bauern aus der Gegend berichteten, sie hätten einen "Knall" gehört. "Ich spürte eine Explosion in der Luft, und als ich hinschaute, flog das Flugzeug schon dicht an meinem Haus vorbei", sagte der Bauer Noé Mota.

Präsident Gustavo Petro sprach im Onlinedienst X von einem "schrecklichen Unfall, der nicht hätte passieren dürfen". Er verwies auf die Notwendigkeit, die Militärflotte zu modernisieren. Der Präsident postete ein Video, in dem zu sehen ist, wie das Flugzeug versucht, an Höhe zu gewinnen, bevor es zu Boden stürzt.

In Bolivien war Ende Februar ebenfalls ein Hercules-Transportflugzeug abgestürzt. Mindestens 24 Menschen kamen dabei ums Leben. Das Flugzeug hatte Banknoten transportiert und war bei der Landung verunglückt.