Energieministerin Reiche: Mehr Gaslieferverträge für bessere Energieversorgung

Katherina Reiche Bild: AFP

Energieministerin Reiche: Mehr Gaslieferverträge für bessere Energieversorgung

Bundesenergieministerin Katherina Reiche (CDU) setzt auf mehr Gasimporte, um die Energieversorgung in Deutschland zu sichern: 'Wenn man sich mit langfristigen Lieferverträgen absichert, sichert man sich auch gegen Preissprünge ab.'

Bundesenergieministerin Katherina Reiche (CDU) setzt auf mehr Gasimporte, um die Energieversorgung in Deutschland zu sichern. Sie ermuntere die "Unternehmen der Gasbranche, mittel- und langfristige Verträge mit unterschiedlichen Bezugsländern, unterschiedlichen Partnern zu schließen", sagte Reiche am Montag in Berlin. "Wenn man sich mit langfristigen Lieferverträgen absichert, sichert man sich auch gegen Preissprünge ab." Von Klimaschützern kam scharfe Kritik.

Deutschland bezieht derzeit nahezu kein Erdgas aus der Golfregion. Wegen des dortigen Krieges und der Exportschwierigkeiten wichtiger Produzenten wie Katar sind jedoch die Gaspreise auch in Europa stark gestiegen. Reiche nannte etwa Algerien, Aserbaidschan und Argentinien als Gaslieferanten, bei denen deutsche Unternehmen mittelfristig mehr einkaufen könnten. Flüssigerdgas (LNG) bezieht Deutschland bislang fast ausschließlich aus den USA.

Zugleich warb Reiche dafür, EU-Klimaschutzregeln für den Import von Erdgas nicht allzu streng anzuwenden. "Das EU-Recht, wie zum Beispiel die Methanverordnung, dürfen verlässliche Energielieferungen nach Deutschland nicht behindern", sagte sie. Bei der Gasförderung wird häufig das Treibhausgas Methan freigesetzt, gemäß der EU-Methanverordnung muss beim Gasimport auf die Methanemissionen entlang der Lieferkette geachtet werden.

Dies könne Partnerländer daran hindern, LNG nach Europa zu liefern, befürchtet die Bundesenergieministerin. "Internationale Gasexporteure, die sich für eine Geschäftsbeziehung mit deutschen Partnern interessieren, sehen mit Sorge die strengen Regulierungsvorgaben." Sie setze sich deshalb beim Bundesumweltministerium dafür ein, dass "die nationalen Regelungen zur Sanktionierung von LNG-Lieferabschlüssen mit Augenmaß angegangen werden".

"Wirtschaftsministerin Katherina Reiche arbeitet weiter die Wunschliste der Gasindustrie ab", erklärte dazu die Deutsche Umwelthilfe. "Ziel und Zweck der Methanverordnung ist es, Importeure zu belohnen, die die Methan-Emissionen in ihrer Lieferkette reduzieren. Dagegen wehren sich besonders Unternehmen aus den USA, die weiter ihr besonders klimaschädliches und Methan-intensives Fracking-Gas nach Deutschland liefern möchten."