Zahlreiche Tote und Verletzte durch Feuer in Burundis größtem Waffenlager

Rauch über dem Waffenlager in Bujumbura Bild: AFP

Zahlreiche Tote und Verletzte durch Feuer in Burundis größtem Waffenlager

Durch ein Feuer und Explosionen im größten Waffen- und Munitionslager der Armee von Burundi sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gibt es mindestens Dutzende Tote und hunderte Verletzte.

Durch ein Feuer und Explosionen im größten Waffen- und Munitionslager der Armee von Burundi sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. "Eine Bilanz ist derzeit unmöglich", sagte ein hochrangiger Armeevertreter, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Fest stehe, dass es "enorm viele Opfer" gebe. "Dutzende und Aberdutzende Menschen wurden getötet, es gibt hunderte wenn nicht tausende Verletzte."

Nach Angaben der Behörden war das Feuer in dem Lager in der Wirtschaftsmetropole Bujumbura am Dienstagabend infolge eines "Strom-Unfalls" ausgebrochen. Das Waffen- und Munitionslager befindet sich in Musaga, einem dicht bevölkerten Viertel der Stadt. Laut dem Militärvertreter entstanden auch in anderen Vierteln Sachschäden. "Viele Häuser wurden von den Splittern getroffen", schilderte er.

Auch ein an dem Einsatz vor Ort beteiligter Polizeivertreter sprach von dutzenden Todesopfern. Die Zahl könne noch weiter steigen. Der Militärstützpunkt Camp Base liege "in Schutt und Asche".

Der Polizist führte aus, viele Bewohner der Viertel in der Umgebung seien in der Nacht aus ihren Häusern geflohen. Ein Bewohner der Millionenstadt sagte AFP, sein Nachbar sei in seinem Schlafzimmer von einem umherfliegenden Geschoss getroffen worden und gestorben. 

Laut einem Ranking der Weltbank von 2023 ist Burundi nach Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf das ärmste Land der Welt. Es steckt seit Jahren in einer Wirtschaftskrise, die insbesondere mit Treibstoffmangel einhergeht.

Auf dem betroffenen Militärstützpunkt brannten laut dem Armeevertreter am Mittwochvormittag noch Hangars und Baracken und es gebe weiterhin Explosionen. Auf dem Gelände befanden sich auch Logistik-Depots der Armee. Der Stützpunkt grenzt außerdem an eine Ausbildungseinrichtung und -unterkunft für Offiziersanwärter, einen weiteren Militärstützpunkt und ein Gefängnis.

In Online-Netzwerken wurden zahlreiche Suchanzeigen veröffentlicht von Eltern, die auf der Flucht vor dem Flammeninferno ihre Kinder verloren hatten. Andere suchten nach Hinweis auf den Verbleib anderer Angehöriger.